Flughafen Salzburg (Foto: Salzburg Airport Presse).
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Wirtschaftliche Stabilität und infrastrukturelle Weichenstellung am Salzburg Airport zum 100-jährigen Bestehen

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Der Salzburg Airport W. A. Mozart hat das Geschäftsjahr 2025 mit einer stabilen operativen Bilanz abgeschlossen und bereitet sich nun auf eine weitreichende Modernisierungsphase sowie sein 100-jähriges Jubiläum im Jahr 2026 vor. Trotz eines marginalen Rückgangs der Passagierzahlen auf knapp 1,8 Millionen konnte der Flughafen beim wirtschaftlich relevanten maximalen Startgewicht (MTOW) ein leichtes Plus verzeichnen, was auf den Einsatz größerer und effizienterer Flugzeugtypen hindeutet.

Mit einem Investitionsvolumen von rund acht Millionen Euro im abgelaufenen Jahr wurden zentrale Projekte in den Bereichen Sicherheit, Digitalisierung und Infrastruktur vorangetrieben. Besonders im Fokus steht die umfassende Erneuerung der Terminal-Landschaft, für die bis 2033 über 100 Millionen Euro veranschlagt sind. Als zweitgrößter Flughafen Österreichs und bedeutender Wirtschaftsmotor der Region mit rund 1.300 Arbeitsplätzen am Standort festigt der Airport seine Rolle als kritische Infrastruktur und zentrales Tor für den Tourismus in den Alpenraum. Für die laufende Wintersaison und das bevorstehende Jubiläumsjahr 2026 rechnet die Geschäftsführung mit einer starken Nachfrage, insbesondere an den Spitzentagen im Februar.

Operative Kennzahlen und wirtschaftliche Entwicklung

Im direkten Vergleich zum Vorjahr zeigt die Bilanz 2025 ein differenziertes Bild der Erholungsphase nach der Pandemie. Während die Passagierzahl mit 1.774.454 Fluggästen ein Minus von 0,71 Prozent aufweist, stieg das MTOW um 0,26 Prozent auf 520.589 Tonnen. Diese Kennzahl ist für die Gebühreneinnahmen und damit für den wirtschaftlichen Erfolg des Betreibers von entscheidender Bedeutung. Positiv entwickelte sich zudem der Bereich der Flugbewegungen: Im Großflugverkehr gab es einen Zuwachs von 2,71 Prozent auf 14.747 Starts und Landungen, während die allgemeine Luftfahrt (GAC) um 3,05 Prozent auf über 40.000 Bewegungen zulegte. Einzig der Frachtbereich verzeichnete einen Rückgang um 1,76 Prozent auf 9.307 Tonnen, was im Einklang mit globalen Logistiktrends steht.

Die Geschäftsführung unter Bettina Ganghofer wertet das Ergebnis als Erfolg in einem hochkompetitiven europäischen Marktumfeld. In Konkurrenz zu rund 600 anderen Flughäfen in Europa liege das Hauptaugenmerk darauf, bestehende Strecken zu sichern und das Frequenzangebot gezielt auszubauen. Das Ziel bleibe ein attraktives Destinationsportfolio, das sowohl für den regionalen Tourismus als auch für die lokale Wirtschaft verlässliche Anbindungen an internationale Drehkreuze wie Frankfurt, Istanbul oder Dubai bietet.

Investitionsprogramm und Modernisierung der Terminals

Ein zentraler Pfeiler der Strategie ist das Großprojekt der Terminalerneuerung, dessen Baustart für das Jahr 2027 geplant ist. In der aktuellen Planungsphase flossen bereits 2,5 Millionen Euro in das Projekt. Die Vision sieht vor, das aus dem Jahr 1966 stammende Hauptterminal architektonisch und technisch mit dem Amadeus Terminal 2 zu verschmelzen. Diese Maßnahme ist unumgänglich, da die bestehende Gebäudestruktur den steigenden Anforderungen an moderne Sicherheitstechnik und gesetzliche Vorgaben nur noch bedingt gerecht wird. Ein wesentlicher Faktor ist hierbei das europaweite Entry-Exit-System (EES), welches deutlich mehr Fläche und spezialisierte technische Infrastruktur für die Grenzkontrolle erfordert.

Zusätzlich zu den Hochbauprojekten investierte der Flughafen 2025 massiv in die technische Ausstattung und Sicherheit. Eine Million Euro wurde für die Inbetriebnahme des EES-Systems aufgewendet, während die Flughafenfeuerwehr für rund 510.000 Euro ein hochmodernes Löschfahrzeug erhielt. Auch die Sanierung von PFAS-Altlasten im Grundwasser bleibt eine kostspielige Verpflichtung: Von den bisher angefallenen 12 Millionen Euro Gesamtkosten entfiel eine Million auf das vergangene Jahr. Kleinere, aber strategisch wichtige Posten betrafen die IT-Infrastruktur des Rechenzentrums, den Ausbau von Photovoltaikanlagen sowie die Umrüstung der Fahrzeugflotte auf elektrische Antriebe.

Die Bedeutung des Flughafens für das Bundesland Salzburg wird durch die Funktion als Arbeitgeber unterstrichen. Rund 1.300 Menschen sind direkt am Standort beschäftigt, davon über 450 als Stammmitarbeiter beim Flughafenbetreiber selbst. Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Schnöll betont, dass eine exzellente Anbindung an internationale Drehscheiben für die Salzburger Wirtschaft unverzichtbar sei. Der Flughafen fungiere nicht nur als Verkehrsstation, sondern als Visitenkarte des Landes für ankommende Gäste und als Lebensader für den Tourismus. In einem Umfeld, das von Fachkräftemangel geprägt ist, positioniert sich der Airport als attraktiver Arbeitgeber mit modernen Arbeitsbedingungen und einer überdurchschnittlichen Gesundheitsquote der Belegschaft.

Wintersaison und Prognose für das Mozart-Jahr 2026

Für die laufende Wintersaison 2025/26 zeigt sich das Management optimistisch. Deutschland bleibt der wichtigste Herkunftsmarkt für Flugreisen nach Salzburg, gefolgt von Großbritannien und Skandinavien. Die sogenannten „Half Term Holidays“ in England sorgen im Februar für eine massive Auslastungsspitze. Insbesondere der 14. und 21. Februar werden mit jeweils rund 180 Flugbewegungen als absolute Spitzentage der Saison erwartet. Die gute Buchungslage in den Alpenregionen lässt auf ein starkes touristisches Ergebnis hoffen, das durch zusätzliche Impulse wie das bevorstehende Mozart-Jahr 2026 weiter verstärkt werden dürfte.

Im Sommerflugplan 2026 setzt der Flughafen erneut auf eine Mischung aus bewährten Hub-Verbindungen und attraktiven Urlaubsdestinationen. Frankfurt wird bis zu viermal täglich bedient, Istanbul bis zu zweimal täglich durch Turkish Airlines. Auch die Anbindung an London bleibt mit täglichen Flügen nach Gatwick und regelmäßigen Verbindungen nach Stansted stabil. Im Feriensegment steht Griechenland mit zahlreichen Inselverbindungen im Fokus, ergänzt durch starke Kapazitäten nach Palma de Mallorca sowie ganzjährige Ziele wie Dubai und Hurghada.

Ein Jahrhundert Luftfahrtgeschichte in Salzburg

Das Jahr 2026 markiert einen historischen Meilenstein: Seit 100 Jahren dient der Flughafen als Tor zur Welt für die Region Salzburg. Gegründet im Jahr 1926, hat sich der Standort von einer bescheidenen Landewiese zu einer modernen Verkehrsdrehscheibe entwickelt.

Zum Jubiläum am 20. Juni 2026 lädt der Salzburg Airport zu einem großen Tag der offenen Tür ein. Gemeinsam mit Partnern wie dem Bundesheer, der Polizei und verschiedenen Luftfahrtunternehmen soll dieses Jubiläum als Fest für die Bevölkerung gefeiert werden. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler würdigte den Flughafen als wichtigen Leitbetrieb und Schlüsselfaktor bei Betriebsansiedelungen, der trotz turbulenter Zeiten im Weltluftverkehr seine Stellung erfolgreich behauptet hat.

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