Boeing 787-8 (Rendering: Boeing).
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Delta Air Lines bestellt Boeing 787 Dreamliner

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Delta Air Lines hat am 13. Januar 2026 eine Entscheidung zur langfristigen Flottenplanung getroffen und erstmals eine Direktbestellung für den Boeing 787 Dreamliner unterzeichnet. Die Vereinbarung umfasst 30 Festbestellungen des Modells 787-10, der größten Variante der Dreamliner-Familie, sowie Optionen für weitere 30 Flugzeuge dieses Typs.

Mit diesem Schritt diversifiziert die in Atlanta ansässige Fluggesellschaft ihr Portfolio an Großraumflugzeugen erheblich, nachdem sie in den vergangenen Jahren bei der Erneuerung ihrer Langstreckenflotte fast ausschließlich auf Modelle des europäischen Herstellers Airbus gesetzt hatte. Die Auslieferungen der neuen Maschinen sollen im Jahr 2031 beginnen und markieren den Auftakt für eine umfassende Ablösung älterer Flugzeugmuster in der nächsten Dekade. Für Boeing bedeutet der Auftrag einen prestigeträchtigen Erfolg auf dem US-Heimatmarkt, da Delta bisher die einzige der drei großen US-Netzwerk-Airlines war, die den Dreamliner nicht betrieb.

Modernisierung und Ersatz veralteter Kapazitäten

Die Entscheidung für die Boeing 787-10 ist eng verknüpft mit dem Altersprofil der bestehenden Delta-Flotte. Derzeit betreibt das Unternehmen noch 39 Flugzeuge vom Typ Boeing 767-300ER und 21 Maschinen der Version 767-400ER. Insbesondere die 767-300ER-Flotte ist mit einem Durchschnittsalter von fast 30 Jahren am Ende ihres wirtschaftlichen Lebenszyklus angelangt. Delta plant, diesen Typ bis Ende 2028 aus dem internationalen Langstreckenverkehr abzuziehen und bis 2030 vollständig auszumustern. Da die erste 787-10 im Jahr 2031 erwartet wird, dient der Auftrag als passgenaues Nachfolgeszenario, um die Kapazitäten auf transatlantischen Routen und Verbindungen nach Südamerika stabil zu halten.

Dan Janki, Finanzvorstand von Delta, betonte im Rahmen der Bekanntgabe, dass die Bestellung die Flexibilität im Flugbetrieb erhöht und gleichzeitig Größenvorteile über alle Widebody-Flotten hinweg schafft. Die 787-10 wird dabei eine Lücke schließen, die zwischen den bereits bestellten Airbus A330-900 und den größeren A350-Modellen besteht. Während die Airbus-Modelle weiterhin eine zentrale Rolle spielen, bietet die Integration des Dreamliners Delta die Möglichkeit, auf Marktschwankungen und spezifische Routenanforderungen effizienter zu reagieren.

Stärkung der heimischen Luftfahrtindustrie

Ein wesentlicher Aspekt des Geschäfts ist der Fokus auf die US-amerikanische Wertschöpfungskette. Sowohl die Flugzeuge als auch die Triebwerke werden in den Vereinigten Staaten gefertigt. Delta hat sich für das GEnx-Triebwerk von General Electric Aerospace entschieden, das ebenfalls in den USA entwickelt und produziert wird. CEO Ed Bastian unterstrich die Bedeutung dieser Partnerschaft für den Technologiestandort USA. Für Delta stellt dies eine Rückkehr zu einer ausgewogenen Lieferantenstrategie dar. Zwar hatte die Airline durch die Fusion mit Northwest Airlines bereits 787-Aufträge in den Büchern, stornierte diese jedoch im Jahr 2016 zugunsten von Airbus-Modellen.

Die neue Vereinbarung erhöht das gesamte Auftragsbuch von Delta bei Boeing auf insgesamt 130 Flugzeuge, wenn man die bestehende Bestellung über 100 Einheiten der 737 Max 10 einbezieht. Trotz der Verzögerungen bei der Zertifizierung der MAX-Serie hält Delta an der Zusammenarbeit mit dem Hersteller aus Seattle fest. Dies signalisiert ein langfristiges Vertrauen in die Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit der Boeing-Plattformen für die kommenden Jahrzehnte.

Verbesserungen für Passagiere und Frachtbetrieb

Aus operativer Sicht verspricht die Boeing 787-10 signifikante Vorteile gegenüber den Modellen, die sie ersetzen wird. Mit einer Kapazität von bis zu 336 Passagieren in der Delta-Konfiguration bietet der Jet eine deutlich höhere Sitzplatzkapazität als die Boeing 767. Insbesondere der Fokus auf Premium-Kabinen steht im Einklang mit der Strategie von Delta, sich als Premium-Marke im globalen Luftverkehr zu positionieren. Die Flugzeuge werden mit den neuesten Delta One Suites, Premium Select und Comfort Plus Sitzen ausgestattet.

Passagiere profitieren zudem von technischen Merkmalen wie den größten Fenstern in der zivilen Luftfahrt, die sich elektronisch dimmen lassen, sowie einem niedrigeren Kabinendruck und einer höheren Luftfeuchtigkeit. Diese Faktoren tragen nachweislich dazu bei, die Auswirkungen von Jetlag zu mildern und den Komfort auf langen Flügen zu steigern. Auch im Frachtbereich bietet die 787-10 durch ihren voluminösen Rumpf erhebliche Kapazitätssteigerungen, was für das Cargo-Geschäft auf den Routen nach Europa und Südamerika von strategischer Bedeutung ist.

Wirtschaftliche Effizienz im Fokus

Die wirtschaftliche Bilanz der 787-10 ist einer der Hauptgründe für den Zuschlag. Das Flugzeug ermöglicht im Vergleich zu den älteren Maschinen, die es ersetzt, eine Reduktion des Treibstoffverbrauchs pro Sitzplatz um etwa 25 Prozent. In einer Branche, in der Betriebskosten und Effizienz die entscheidenden Wettbewerbsvorteile darstellen, ist dieser Sprung für die Profitabilität der Airline essenziell. Delta rechnet damit, durch die modernere Flotte die Wartungskosten zu senken und die Einsatzbereitschaft der Flugzeuge zu erhöhen.

Die 787-10 gilt als eines der effizientesten Flugzeuge auf kürzeren Langstrecken mit hohem Passagieraufkommen. Während der Airbus A350-1000, von dem Delta ebenfalls 20 Exemplare bestellt hat, für die extremen Langstrecken nach Asien und Australien vorgesehen ist, wird der Dreamliner das Rückgrat auf den stark frequentierten Routen über den Atlantik bilden. Diese komplementäre Flottenstruktur soll sicherstellen, dass Delta für jedes Marktsegment das technologisch und wirtschaftlich optimale Fluggerät zur Verfügung hat.

Langfristige Perspektive und Marktreaktionen

Branchenexperten werten den Deal als klugen Schachzug, um die Abhängigkeit von einem einzigen Hersteller zu vermeiden. Nachdem Delta jahrelang als Airbus-lastig galt, stellt die Rückkehr zum Dreamliner ein Gleichgewicht wieder her, das auch in Preisverhandlungen mit den Herstellern von Vorteil sein kann. Die Auslieferungen ab 2031 fügen sich nahtlos in die Finanzplanung der Airline ein, die ihre Investitionsausgaben über einen längeren Zeitraum glätten möchte.

Mit der Integration der 787-10 wird Delta die Transformation zu einer Flotte abschließen, die fast ausschließlich aus Flugzeugen der neuesten Generation besteht. Die Kombination aus A321neo im Kurzstreckenbereich sowie A330neo, A350 und nun 787-10 im Langstreckenbereich positioniert das Unternehmen als technologisch führend unter den US-Carriers. Die nächsten Jahre bis zur ersten Auslieferung werden nun für die Ausbildung des Personals und die Anpassung der Bodeninfrastruktur genutzt, um eine reibungslose Inbetriebnahme des neuen Flaggschiffs zu gewährleisten.

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