Am Amsterdamer Flughafen Schiphol ist es zu massiven Beeinträchtigungen in der Gepäckabfertigung gekommen, die hunderte Reisende betreffen. Zahlreiche Koffer konnten nach der Landung nicht an ihre Besitzer übergeben werden und lagern derzeit in den Hallen des Terminals. Laut aktuellen Berichten haben bereits mehr als 600 Passagiere offizielle Entschädigungsforderungen eingereicht, nachdem sie vergeblich auf ihr Hab und Gut gewartet hatten. Der Flughafenbetreiber bestätigte zwar den Ort der Störung, hält sich jedoch mit Details zur genauen Ursache, den betroffenen Fluggesellschaften oder der Anzahl der involvierten Flüge bedeckt. Ein zeitlicher Rahmen für die vollständige Behebung des Problems wurde bislang nicht kommuniziert.
Zusätzliche Recherchen im Umfeld des Flughafens deuten darauf hin, dass technische Defekte in der komplexen, kilometerlangen Förderbandanlage sowie Personalengpässe bei den Bodendienstleistern ursächlich für das Chaos sein könnten. Schiphol kämpft seit geraumer Zeit mit infrastrukturellen Herausforderungen, die insbesondere zu Stoßzeiten die Kapazitätsgrenzen überschreiten. Passagiere berichten von unübersichtlichen Zuständen in den Ankunftsbereichen und einer mangelhaften Informationspolitik seitens des Flughafenmanagements. Betroffene werden derzeit angewiesen, sich direkt an ihre jeweiligen Fluggesellschaften zu wenden, da diese rechtlich für die Gepäckzustellung und etwaige Kompensationszahlungen verantwortlich sind.
Die rechtliche Lage für die geschädigten Fluggäste orientiert sich an dem Montrealer Übereinkommen, das bei Gepäckverlust oder Verspätung klare Haftungshöchstgrenzen festlegt. Experten raten Reisenden, sämtliche Belege für notwendige Ersatzbeschaffungen aufzubewahren, falls das Gepäck länger als 21 Tage als vermisst gilt. Branchenkenner weisen darauf hin, dass solche operativen Ausfälle am Drehkreuz Amsterdam kein Einzelfall sind und oft durch eine Kombination aus veralteter Softwaresteuerung und hoher Auslastung des Drehkreuzes entstehen. Die aktuelle Situation belastet nicht nur die Passagiere, sondern führt auch zu logistischen Folgeproblemen für Airlines, die das nachgesendete Gepäck über ihr Netzwerk weltweit verteilen müssen.
Das Management von Schiphol steht unter erheblichem Druck, die Betriebsabläufe zu stabilisieren, da der Flughafen einer der wichtigsten Transitknotenpunkte Europas ist. Ähnliche Vorfälle in der Vergangenheit führten bereits zu einer Deckelung der täglichen Passagierzahlen, um die Bodenabfertigung zu entlasten. Solange die technischen Störungen im Sortiersystem nicht behoben sind, müssen Reisende weiterhin mit Verzögerungen rechnen. Die betroffenen Fluglinien versuchen derzeit, das gestaute Gepäck manuell zu sortieren und per Kurierdienst zuzustellen, was jedoch aufgrund der schieren Menge an Koffern mehrere Tage oder sogar Wochen in Anspruch nehmen kann.