Der Flughafen Genf hat das Jahr 2025 mit einer Passagierzahl von 17,85 Millionen abgeschlossen und damit ein leichtes Plus von 0,29 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Diese Entwicklung ist bemerkenswert, da die Anzahl der Flugbewegungen im gleichen Zeitraum um 1,02 Prozent auf insgesamt 177.288 Starts und Landungen zurückging. Die Flughafenleitung führt diese Effizienzsteigerung auf den Einsatz größerer Flugzeugtypen sowie eine verbesserte Auslastung der Maschinen zurück. Der durchschnittliche Sitzladefaktor stieg auf über 76,5 Prozent an. Im Vergleich zum Vor-Pandemie-Jahr 2019 fehlen dem Standort lediglich noch 0,44 Prozent der Passagiere, während die Flugbewegungen weiterhin deutlich um 4,71 Prozent unter dem damaligen Niveau liegen.
Ein wesentlicher Faktor für die Stabilisierung des Verkehrsaufkommens war der Ausbau des Streckennetzes auf insgesamt 149 Direktziele. Ein strategischer Meilenstein war hierbei die Aufnahme der Langstreckenverbindung nach Shanghai durch China Eastern Airlines im Juni 2025, welche die interkontinentale Anbindung der Westschweiz stärkte. In der Marktanteilsverteilung festigte der Billigflieger easyJet seine dominante Position mit 46,0 Prozent des Gesamtaufkommens, gefolgt von der nationalen Fluggesellschaft Swiss International Air Lines mit einem Anteil von 12,4 Prozent. Auch der Frachtsektor entwickelte sich positiv: Das Volumen stieg inklusive Post auf über 96.000 Tonnen an, was die Bedeutung Genfs als Logistikstandort unterstreicht.
Operativ setzte der Flughafen 2025 ein neues Gebühren- und Quotensystem um, das darauf abzielt, den Flugbetrieb in den späten Abendstunden zu reduzieren. Durch diese gezielten wirtschaftlichen Anreize konnten die Starts nach 22:00 Uhr um 24,6 Prozent gesenkt werden, ohne das Passagierwachstum am Tag zu gefährden. Zusätzliche Branchenrecherchen ergeben, dass der Flughafen Genf zudem massiv in die Modernisierung der Terminal-Infrastruktur investiert hat, um die Abfertigungsprozesse zu beschleunigen. Trotz der räumlichen Begrenzung des Areals zwischen der Stadt und der französischen Grenze gelang es dem Betreiber, die Effizienz pro Flugbewegung signifikant zu erhöhen.
Wirtschaftlich blickt das Management optimistisch auf das Jahr 2026. Die Erholung des Geschäftsreiseverkehrs und die steigende Nachfrage aus Asien stützen die Prognosen für eine vollständige Rückkehr zu den Rekordwerten von 2019. Der Flughafen bleibt ein zentraler Wirtschaftsmotor für die Region Genf und das angrenzende Frankreich. Durch die Konzentration auf höhere Sitzplatzkapazitäten bei weniger Fluglärm in der Nacht versucht der Standort, den Spagat zwischen steigendem Verkehrsbedürfnis und den operativen Kapazitätsgrenzen zu meistern. Zukünftige Investitionen sollen vor allem in die digitale Passagierführung und die Automatisierung der Sicherheitskontrollen fließen.