Ein Flug der Turkish Airlines von Istanbul nach Marrakesch ist am Donnerstag außerplanmäßig auf dem Flughafen Barcelona-El Prat gelandet. Auslöser für das Manöver war eine Bombendrohung, die über den Namen eines mobilen WLAN-Hotspots verbreitet wurde. Die Besatzung hatte während des Fluges festgestellt, dass ein Passagier ein drahtloses Netzwerk mit einer bedrohlichen Bezeichnung eingerichtet hatte. Da die Sicherheit des Flugbetriebs unmittelbar gefährdet schien, entschied sich der Kapitän in Absprache mit der Zentrale zur sofortigen Landung auf dem spanischen Drehkreuz. Das Flugzeug wurde nach dem Aufsetzen in einen gesicherten Bereich des Rollfelds geleitet und umgehend evakuiert.
Die spanische Guardia Civil übernahm nach der Landung die Durchsuchung der Maschine. Spezialeinheiten inspizierten sowohl die Kabine als auch den Frachtraum gründlich auf Sprengstoffe. Nach Abschluss der Untersuchung gab die Polizei Entwarnung, da keine gefährlichen Gegenstände oder Substanzen gefunden wurden. Der Flughafenbetreiber AENA teilte mit, dass der übrige Flugverkehr in Barcelona durch den Vorfall nicht nachhaltig beeinträchtigt wurde und der Betrieb normal weiterlaufen konnte. Die Passagiere wurden während der Suchmaßnahmen in den Terminals betreut und konnten ihre Reise nach der Freigabe der Maschine mit erheblicher Verspätung fortsetzen.
Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen, um den Urheber des WLAN-Namens zu identifizieren. Der Vorfall wird als Störung des öffentlichen Friedens und schwerwiegender Eingriff in den Luftverkehr eingestuft. Experten für Luftsicherheit weisen darauf hin, dass die Identifizierung über digitale Spuren der genutzten Endgeräte im geschlossenen System eines Flugzeugs sehr präzise möglich ist. Dem Verursacher drohen neben strafrechtlichen Konsequenzen immense zivilrechtliche Forderungen der Fluggesellschaft für die Kosten der Treibstoffverschwendung, der Landegebühren und der Passagierentschädigungen. Ähnliche Vorfälle mit manipulierten Hotspot-Namen haben in der jüngeren Vergangenheit bereits weltweit zu Flugumleitungen und harten Gerichtsurteilen geführt.
Für Turkish Airlines stellt dieser Vorfall eine Fortsetzung einer Reihe von falschen Bombendrohungen dar, die das Unternehmen in den letzten Jahren belasteten. Bisher wurden solche Drohungen meist klassisch über Telefonanrufe oder handschriftliche Notizen in der Bordtoilette übermittelt. Die Nutzung der WLAN-Kennung stellt eine neuere Form der Sabotage dar, die Fluggesellschaften vor logistische Herausforderungen stellt. Branchenkenner betonen, dass jede Drohung, ungeachtet ihrer Form oder Plausibilität, die Aktivierung standardisierter Sicherheitsprotokolle erzwingt. Dies unterstreicht die Sensibilität der Luftfahrtbranche gegenüber digitalen Provokationen, die den internationalen Flugplan massiv stören können.