Ein massives Nebelfeld über Sevilla hat am Donnerstag zu erheblichen Störungen im Flugverkehr der Region Andalusien geführt. Der spanische Flughafenbetreiber Aena sah sich gezwungen, insgesamt fünf ankommende Maschinen zu alternativen Landeplätzen umzuleiten, da die Sichtverhältnisse am Flughafen Sevilla-San Pablo zeitweise unter die zulässigen Sicherheitsminima fielen.
Betroffen waren unter anderem drei Verbindungen der Fluggesellschaft Transavia aus Amsterdam, Brüssel und Eindhoven sowie ein Ryanair-Flug aus Birmingham. Diese vier Maschinen wurden zum Flughafen Málaga an der Costa del Sol umgeleitet, während eine Maschine der Regionalairline Binter aus Gran Canaria den Flughafen Jerez de la Frontera als Ausweichziel ansteuern musste.
Zusätzliche meteorologische Daten und Branchenrecherchen verdeutlichen, dass es sich bei dieser Wetterlage um eine großflächige Inversionswetterlage handelte, die nicht nur den Süden der Iberischen Halbinsel betraf. Auch an den großen Drehkreuzen Madrid-Barajas und Palma de Mallorca kam es aufgrund von Bodennebel zu Verzögerungen im Betriebsablauf. In Madrid mussten die Abstände zwischen Starts und Landungen vergrößert werden, was im Tagesverlauf zu Folgeverspätungen im gesamten spanischen Luftraum führte. Experten weisen darauf hin, dass der Flughafen Sevilla zwar über moderne Instrumentenlandesysteme verfügt, extrem dichter Nebel jedoch auch bei modernster Technik manuelle Sicherheitsabstände und Umleitungen zur Folge haben kann, um die Sicherheit der Passagiere und der Besatzungen zu gewährleisten.
Gegen Nachmittag stabilisierte sich die Lage in Sevilla laut Angaben von Aena wieder, sodass der reguläre Flugbetrieb schrittweise aufgenommen werden konnte. Die betroffenen Fluggesellschaften arbeiteten daran, die in Málaga und Jerez gestrandeten Fluggäste per Bus oder durch kurze Positionierungsflüge an ihr ursprüngliches Ziel zu bringen. Für die Airlines bedeuten solche Umleitungen einen erheblichen logistischen Aufwand und zusätzliche Betriebskosten durch Landegebühren an den Ausweichflughäfen sowie zusätzliche Treibstoffverbräuche für die Warteschleifen und Umwege. Passagiere an den Flughäfen Madrid und Palma mussten teilweise Wartezeiten von mehreren Stunden in Kauf nehmen, bis die Sichtweiten wieder einen stabilen Taktverkehr zuließen.
Der Vorfall unterstreicht die Abhängigkeit des modernen Luftverkehrs von lokalen Wetterphänomenen, selbst in Regionen, die für ihre hohe Anzahl an Sonnentagen bekannt sind. Während Sevilla in den Wintermonaten regelmäßig mit morgendlichen Nebelbänken im Guadalquivir-Tal zu kämpfen hat, war die Intensität des aktuellen Systems ungewöhnlich hoch. Aena betonte, dass die Koordination zwischen den andalusischen Flughäfen reibungslos funktionierte, um die umgeleiteten Maschinen und Passagiere effizient abzufertigen. Am Abend meldeten die meisten betroffenen Standorte wieder einen weitgehend planmäßigen Betrieb, wobei vereinzelt noch Restverspätungen in den Flugplänen der Billigflieger zu verzeichnen waren.