Die portugiesische Nationalfluggesellschaft TAP Air Portugal hat eine umfassende Expansionsstrategie für den Flughafen Francisco Sá Carneiro in Porto angekündigt. Kern der Pläne ist eine deutliche Ausweitung der Langstreckenverbindungen sowie der Bau eines neuen Wartungs- und Technikzentrums.
Ab der kommenden Wintersaison wird die Airline 135 wöchentliche Direktflüge ab Porto anbieten, darunter 13 Interkontinentalverbindungen zu Zielen wie Rio de Janeiro, São Paulo, New York und Luanda. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Atlantik-Routen: Die Verbindung nach Boston wird künftig ganzjährig bedient, und ab Juli 2026 ergänzen neue Routen nach Praia auf den Kapverden sowie nach Terceira auf den Azoren das Angebot. Zudem sind vier wöchentliche Flüge nach Tel Aviv geplant.
Parallel zum Ausbau des Flugplans investiert TAP in die industrielle Infrastruktur am Standort. Bis zum Jahr 2028 soll ein neues Maintenance- und Engineering-Hub fertiggestellt werden, das Kapazitäten für die gleichzeitige Wartung von zwei Flugzeugen der Airbus A321-Familie bietet. Durch die Ansiedlung dieser Technikbasis werden rund 200 hochqualifizierte Arbeitsplätze für Ingenieure und Mechaniker in Nordportugal geschaffen. Ziel ist es, umfangreiche Flotteninspektionen intern abzuwickeln, um die betriebliche Effizienz zu steigern und die Abhängigkeit von externen Dienstleistern zu verringern. Dies stellt eine strategische Aufwertung Portos innerhalb des operativen Netzwerks der Airline dar, das traditionell stark auf das Drehkreuz Lissabon fokussiert war.
Zusätzliche Recherchen im Umfeld des Flughafenbetreibers ANA (Vinci Airports) verdeutlichen die flankierenden Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung. So fließen derzeit rund 50 Millionen Euro in die Sanierung der Start- und Landebahn in Porto, um den gestiegenen Anforderungen durch schwerere Langstreckenmaschinen gerecht zu werden. TAP-Chef Luís Rodrigues betont, dass diese Investitionen Teil eines dreijährigen Strategieplans sind, der Porto als eigenständiges Tor für interkontinentale Verbindungen etablieren soll. Experten sehen darin auch eine Reaktion auf den wachsenden Wettbewerb durch Billigflieger am Standort, dem TAP mit einem verstärkten Angebot an Premium-Diensten und technischer Expertise vor Ort begegnet.
Wirtschaftlich profitiert die Region Nordportugal von der verbesserten Anbindung an wichtige Handelszentren in Nord- und Südamerika sowie Afrika. Die Entscheidung, Boston als Ganzjahresziel aufzunehmen, spiegelt die stabilen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den USA und der Industrie rund um Porto wider. Analysten weisen darauf hin, dass die Internalisierung der Wartungsprozesse langfristig die Kostenstruktur der TAP verbessern könnte, was insbesondere im Hinblick auf die geplante Privatisierung des Unternehmens von Bedeutung ist. Durch die Bündelung von Flugbetrieb und technischem Service in Porto sichert sich die Fluggesellschaft wichtige operative Vorteile für das künftige Wachstum im Transatlantik-Verkehr.