Flughafen Rhodos (Foto: Jan Gruber).
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Luftverkehr in Griechenland: Regionalflughäfen verzeichnen für das Jahr 2025 neue Passagierrekorde

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Die griechische Luftfahrtindustrie blickt auf ein historisches Rekordjahr zurück. Nach aktuellen Daten des Betreibers Fraport Greece erreichten die 14 regionalen Flughäfen des Landes im Jahr 2025 einen neuen Höchststand bei den Passagierzahlen. Insgesamt nutzten über 37,11 Millionen Reisende die Infrastruktur der Regionalflughäfen, was einer Steigerung von drei Prozent gegenüber dem bereits starken Vorjahr entspricht.

Seit der Übernahme der Standorte durch Fraport im Jahr 2017 hat sich das Verkehrsaufkommen damit um fast 50 Prozent erhöht. Trotz eines komplexen geopolitischen Umfelds und regionaler Herausforderungen, wie seismischen Aktivitäten auf den Kykladen, festigt Griechenland seine Position als einer der führenden Luftverkehrsknotenpunkte im östlichen Mittelmeerraum. Die Entwicklung wird maßgeblich durch ein signifikantes Wachstum im internationalen Segment sowie eine erfolgreiche Ausdehnung der Saison in die Wintermonate getragen. Besonders der Flughafen Thessaloniki entwickelte sich zum zentralen Wachstumstreiber, während auch Standorte wie Rhodos und Korfu von der stabilen Nachfrage aus den europäischen Kernmärkten profitierten.

Strukturelles Wachstum und operative Kennzahlen

Der Anstieg der Passagierzahlen auf 37,116 Millionen im Jahr 2025 verdeutlicht die erfolgreiche Transformation der griechischen Regionalflughäfen. Im Vergleich zum Jahr 2016, als die Flughäfen noch unter staatlicher Verwaltung standen und rund 25 Millionen Passagiere abfertigten, beläuft sich das Plus auf 48 Prozent. Auch die Anzahl der Flugbewegungen nahm im vergangenen Jahr stetig zu. Die Gesamtzahl der Flüge stieg um 2,5 Prozent, wobei das internationale Segment mit einem Zuwachs von 3,2 Prozent die stärkste Dynamik aufwies. Auch der Inlandsverkehr entwickelte sich mit einem Plus von 1,1 Prozent auf fast 87.000 Flüge stabil.

Alexander Zinell, Vorstandsvorsitzender von Fraport Greece, betonte in einer ersten Bilanz, dass diese Ergebnisse die anhaltende Attraktivität der griechischen Destinationen bestätigen. Die Investitionen in die Modernisierung der Terminals und der Startbahnen in den vergangenen Jahren scheinen sich nun in einer höheren Kapazität und Effizienz niederzuschlagen. Dass dieser Erfolg trotz außergewöhnlicher Ereignisse wie der Erdbebenaktivität auf Santorin zu Beginn des Jahres erzielt wurde, unterstreicht die Resilienz des griechischen Tourismussektors und die Bedeutung einer leistungsfähigen Luftverkehrsinfrastruktur.

Regionale Unterschiede und dynamische Entwicklung der Standorte

Hinter den landesweiten Rekordzahlen verbergen sich unterschiedliche Entwicklungen an den einzelnen Standorten. Der Flughafen Thessaloniki stach im Jahr 2025 besonders hervor. Mit fast 8 Millionen Passagieren und einem jährlichen Wachstum von 8,2 Prozent festigte er seine Rolle als wichtigstes Tor zum Norden Griechenlands. Auch Rhodos überschritt erstmals die Marke von 7 Millionen Passagieren, was einem Zuwachs von 2,5 Prozent entspricht. Weitere Standorte wie Kavala, Skiathos, Aktion und Korfu verzeichneten ebenfalls ein erhöhtes Passagieraufkommen, was auf ein breiter gestreutes Interesse internationaler Reisender hindeutet.

Im Gegensatz dazu mussten die populären Inseln der Kykladen Rückgänge hinnehmen. In Mykonos sank das Passagieraufkommen um 2 Prozent, während Santorin ein deutliches Minus von 16 Prozent verzeichnete. Branchenexperten führen dies einerseits auf die Auswirkungen der seismischen Aktivitäten im Frühjahr 2026 zurück, andererseits auf eine zunehmende Marktsättigung und die Folgen des sogenannten Overtourism. Die sinkenden Zahlen auf diesen Inseln stehen im Kontrast zum Wachstum auf dem Festland und den weniger überlaufenen Inseln, was auf eine geografische Diversifizierung der Passagierströme hindeutet.

Starker Jahresabschluss und Bedeutung des Winterverkehrs

Ein besonders bemerkenswerter Trend zeigte sich im Dezember 2025. In diesem Monat wurden an den 14 Regionalflughäfen über 880.000 Passagiere abgefertigt, was einem massiven Anstieg von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Diese Zahlen belegen, dass Griechenland zunehmend als Ganzjahresziel wahrgenommen wird. Thessaloniki meldete für den Dezember ein Plus von 10,7 Prozent, während Rhodos um 8,4 Prozent zulegte. Auch kleinere Flughäfen wie Kefallonia und Kavala profitierten von verbesserten Flugverbindungen in der Nebensaison.

Die Strategie, die Flughäfen auch im Winter für den internationalen Verkehr offen zu halten und attraktive Verbindungen anzubieten, scheint Früchte zu tragen. Dies ist ein entscheidender Faktor für die Rentabilität der Flughafeninfrastruktur, da die hohen Fixkosten der Standorte somit auf eine größere Anzahl von Passagieren über das gesamte Jahr verteilt werden können. Die Luftfahrtunternehmen reagieren auf diesen Trend mit einer stabileren Flugplanung, die über die klassischen Sommermonate hinausgeht.

Die wichtigsten Quellmärkte im Überblick

Die Analyse der Herkunftsländer zeigt die ungebrochene Dominanz einiger europäischer Kernmärkte. Das Vereinigte Königreich führt die Liste mit über 7,3 Millionen Reisenden an, gefolgt von Deutschland mit rund 5,46 Millionen Passagieren. Italien, Polen und die Niederlande komplettieren die Top 5 der wichtigsten internationalen Märkte. Polen verzeichnete dabei in den letzten Jahren eine besonders dynamische Entwicklung und entwickelte sich zu einer stabilen Säule für den griechischen Charter- und Linienverkehr.

Zusätzlich zu diesen Großmärkten trugen auch Länder wie Frankreich, Österreich, Schweden und Dänemark maßgeblich zum Passagieraufkommen bei. Auch Israel bleibt trotz der regionalen Spannungen ein wichtiger Markt für die griechische Luftfahrt, insbesondere für die Flughäfen auf den Inseln und in Thessaloniki. Insgesamt haben zwischen 2017 und 2025 rund 249,6 Millionen Menschen die 14 Regionalflughäfen genutzt, was die zentrale Rolle dieser Infrastruktur für die Anbindung Griechenlands an die Weltwirtschaft unterstreicht.

Wirtschaftliche Perspektiven und Ausbau der Kapazitäten

Die positiven Verkehrszahlen haben direkte Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft in den betroffenen Regionen. Flughäfen fungieren als Katalysatoren für Beschäftigung und Investitionen. Durch das gestiegene Passagieraufkommen steigt der Bedarf an Dienstleistungen in der Gastronomie, dem Transportwesen und der Beherbergung. Fraport Greece plant daher, die Effizienz der Betriebsabläufe weiter zu optimieren, um auch künftige Nachfragespitzen ohne Qualitätsverlust bewältigen zu können.

Die kommenden Jahre werden im Zeichen der weiteren Digitalisierung der Passagierprozesse stehen. Biometrische Identifikationssysteme und automatisierte Gepäckabfertigungen sollen dazu beitragen, die Wartezeiten in den Terminals trotz steigender Nutzerzahlen gering zu halten. Angesichts der stabilen Nachfrage aus Westeuropa und dem wachsenden Interesse aus Osteuropa wird erwartet, dass die Marke von 40 Millionen Passagieren pro Jahr in greifbare Nähe rückt. Die Investitionsstrategie von Fraport Greece konzentriert sich dabei darauf, die Standorte nicht nur als reine Verkehrsknotenpunkte, sondern als moderne Servicezentren zu positionieren, die den Anforderungen eines globalisierten Reisemarktes gerecht werden. Die Bilanz für 2025 dient somit als solides Fundament für die weitere Expansion im griechischen Luftraum.

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