Das südlichste Bundesland Österreichs verzeichnet im Januar 2026 eine außergewöhnliche Wetterlage, die dem Tourismussektor der Region eine ideale Ausgangslage für die anstehende Hochsaison verschafft. Unter der meteorologischen Konstellation von stabilen Hochdruckgebieten über dem Alpenhauptkamm und polaren Kaltlufteinflüssen in den Nachtstunden präsentiert sich Kärnten derzeit als Zentrum für winterliche Aktivitäten.
Während die nächtlichen Temperaturen tief in den Minusbereich sinken und damit die technische Präparierung der Abfahrten sowie das Gefrieren der Stillgewässer begünstigen, sorgen überdurchschnittlich viele Sonnenstunden am Tag für attraktive Bedingungen für Gäste und Einheimische. Diese Kombination, die unter der regionalen Kampagne als charakteristisches Merkmal des Standorts hervorgehoben wird, erstreckt sich über sämtliche touristischen Segmente – vom alpinen Skisport über das Eislaufen auf Naturgewässern bis hin zur Wellness-Infrastruktur. Die aktuelle Datenlage der Wetterdienste deutet auf eine Fortdauer dieser stabilen Bedingungen hin, was insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Semesterferien eine positive Buchungsentwicklung für die Beherbergungsbetriebe erwarten lässt.
Technische Pistenpräparierung und alpine Infrastruktur
In den Kärntner Bergregionen hat die aktuelle Wetterphase zu einer signifikanten Qualitätssteigerung der Wintersportinfrastruktur geführt. Die Betreiber der Bergbahnen nutzen die klaren, frostigen Nächte, um die Pistenoberflächen mit moderner Technik zu festigen und griffige Schneeverhältnisse zu schaffen, die auch bei hoher Beanspruchung tagsüber stabil bleiben. Auf den Bergen, von der Turracher Höhe über das Nassfeld bis hin zur Gerlitzen Alpe, berichten die Liftgesellschaften von einer vollen Auslastung der Beförderungsanlagen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem Ausbau von mehrtägigen Angeboten wie dem Nockberge Trail. Diese Form des alpinen Wanderns und Skitourengehens profitiert massiv von der hohen Sichtweite und der stabilen Schneedecke. Für die Sicherheit der Sportler ist die aktuelle Wetterlage von Vorteil, da die klare Sicht die Orientierung im freien Gelände erleichtert und die Lawinengefahr bei ausbleibendem Neuschnee und stabilen Temperaturen besser kalkulierbar bleibt. Die gastronomischen Betriebe auf den Hütten verzeichnen durch die hohe Anzahl an Sonnenstunden eine verstärkte Frequenz auf den Außenflächen, was den wirtschaftlichen Ertrag pro Gast in der laufenden Saison stabilisiert.
Natüreisflächen als touristisches Alleinstellungsmerkmal
Ein wesentliches Differenzierungsmerkmal Kärntens gegenüber anderen alpinen Regionen ist die Nutzung der Seenlandschaft für den Wintersport. Die langanhaltenden tiefen Temperaturen der letzten Wochen haben dazu geführt, dass bereits mehrere große Gewässer für den Publikumsverkehr freigegeben werden konnten. Der Weissensee nimmt hierbei traditionell eine führende Rolle ein. Als größte beständig zufrierende Natureisfläche Europas bietet er ideale Voraussetzungen für Eisläufer, Eishockeyspieler und Eissegler.
Neben dem Weissensee sind aktuell auch der Pressegger See im Gailtal sowie der Hörzendorfer See für den Sportbetrieb freigegeben. Die örtlichen Eislaufvereine und Behörden überwachen die Eisstärke täglich, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. Angesichts der anhaltenden Frostprognosen für die Nachtstunden wird damit gerechnet, dass in Kürze weitere kleinere und mittlere Seen für den Freizeitverkehr erschlossen werden können. Diese Entwicklung zieht nicht nur Tagestouristen an, sondern stärkt auch das Übernachtungssegment in den umliegenden Gemeinden, da das Eislaufen auf Naturgewässern als ein besonderes Naturerlebnis gilt, das in dieser Form nur in wenigen Regionen Österreichs möglich ist.
Erholung und Kulinarik in der Winterlandschaft
Abseits der sportlichen Aktivität setzt der Kärntner Tourismus verstärkt auf die Verbindung von Wellness und regionaler Gastronomie. Die Thermenlandschaften, etwa in Bad Kleinkirchheim oder die Thermalbäder in Villach, verzeichnen in den Wintermonaten traditionell ihre höchsten Besucherzahlen. Die Strategie der Kärnten Werbung zielt darauf ab, die Badehäuser an den Seen als Rückzugsorte zu positionieren, die den Kontrast zwischen der winterlichen Kälte und behaglicher Wärme thematisieren.
Ein weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor ist die Alpe-Adria-Kulinarik. Die Verbindung österreichischer Traditionen mit mediterranen Einflüssen aus den benachbarten Regionen Italien und Slowenien wird in der lokalen Gastronomie offensiv beworben. In den Tälern und auf den Bergen setzen die Wirte verstärkt auf regionale Produkte, was die Wertschöpfung in der Region hält. Diese kulinarische Identität dient als Ergänzung zum sportlichen Angebot und soll Kärnten als Destination für eine zahlungskräftige Klientel positionieren, die Wert auf Qualität und Regionalität legt.
Wirtschaftlicher Ausblick auf die Semesterferien
Klaus Ehrenbrandtner, Geschäftsführer der Kärnten Werbung, zeigt sich angesichts der aktuellen Kennzahlen optimistisch. Die Kombination aus infrastruktureller Sicherheit durch gut präparierte Pisten und dem emotionalen Faktor des Sonnenscheins sei ein entscheidendes Verkaufsargument im harten Wettbewerb der Alpenregionen. Besonders für Familien ist die Planungssicherheit ein zentrales Kriterium bei der Wahl des Urlaubsortes. Da die Wetterprognosen für die kommenden zwei Wochen weiterhin sonnige Tage und kalte Nächte versprechen, ist mit einer sehr hohen Auslastung während der Semesterferien zu rechnen.
Die klare Luft und die guten Sichtverhältnisse fördern zudem die Nachfrage nach Zusatzangeboten wie geführten Winterwanderungen oder Langlaufkursen. Die touristischen Dienstleister in den Gemeinden haben ihre Kapazitäten entsprechend angepasst. Die ökonomische Bedeutung dieser Phase kann für das Bundesland kaum überschätzt werden, da der Wintertourismus neben der Sommersaison die zweite tragende Säule der regionalen Wirtschaft bildet. Durch die Vielseitigkeit des Angebots – vom Eislaufen im Tal bis zum Skifahren auf dem Gipfel – gelingt es der Region, unterschiedliche Zielgruppen zeitgleich anzusprechen und die Auslastung über verschiedene Höhenlagen hinweg zu verteilen.