Ryanair-Group-CEO Michael O'Leary (Foto: Jan Gruber).
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Michael O’Leary übt deutliche Kritik an der Handelspolitik von Donald Trump

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Der Chef des europäischen Marktführers Ryanair, Michael O’Leary, hat sich am Rande einer Branchenkonferenz in Brüssel ungewohnt deutlich zur aktuellen US-Politik geäußert. Der Manager kritisierte insbesondere die Positionen von US-Präsident Donald Trump zum Ukraine-Konflikt sowie dessen Pläne für neue Handelszölle, welche er als historisch falsch und gefährlich für die globale Stabilität bezeichnete. Zwar betonte O’Leary seine grundsätzliche Nähe zu republikanischen Werten in den USA, stellte jedoch klar, dass er einer unter Trump geführten Partei nicht beitreten würde. Einzig bei der Forderung nach höheren europäischen Verteidigungsausgaben signalisierte der Airline-Chef Zustimmung gegenüber dem Weißen Haus.

Hintergrund dieser Äußerungen ist die Sorge vor einer zunehmenden Abschottung der Märkte, die den internationalen Luftverkehr massiv belasten könnte. O’Leary nutzte die Gelegenheit, um die Verteidigung des europäischen Binnenmarkts einzufordern, den er als essenziell für den Erfolg günstiger Flugreisen ansieht. Er warnte davor, dass geopolitische Spannungen zwischen den USA und Russland die wirtschaftliche Erholung in Europa gefährden könnten. Gleichzeitig erneuerte er seinen Appell an die Europäische Union, Steuern und bürokratische Regulierungen im Luftfahrtsektor drastisch zu reduzieren, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber außereuropäischen Fluggesellschaften zu sichern.

Besonders scharfe Worte fand der Ryanair-Chef für das Europäische Parlament, das er als Instanz bezeichnete, die lediglich Kosten verursache und unnötige Regulierungen schaffe. Einen aktuellen Vorschlag zur Ausweitung der Passagierrechte stufte er sogar als rechtswidrig ein. O’Leary kritisierte zudem die einseitige Belastung europäischer Kurzstreckenflüge durch das bestehende Emissionshandelssystem der EU. Er forderte eine Ausweitung dieses Systems auf Langstreckenflüge aus den USA, Asien und der Golf-Region, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Er räumte jedoch ein, dass eine solche globale Regelung unter der Regierung von Donald Trump kaum realisierbar sein dürfte.

Zusätzliche Marktbeobachtungen unterstreichen, dass Ryanairs Expansionskurs stark von stabilen politischen Rahmenbedingungen im transatlantischen Verhältnis abhängt. Analysten weisen darauf hin, dass Handelshemmnisse die Lieferketten für Flugzeugersatzteile beeinträchtigen könnten, was insbesondere bei der Wartung der Boeing-Flotte von Ryanair zu Verzögerungen führen könnte. O’Leary sieht in den Errungenschaften der EU, wie dem Erasmus-Programm und dem Wegfall von Roaming-Gebühren, die Basis für ein vernetztes Europa. Er forderte die politischen Akteure auf, diese Freiheiten nicht durch Protektionismus oder übermäßige Regulierungswut aufs Spiel zu setzen.

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