Flugzeug von IndiGo (Foto: Praveen Thirumurugan).
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Indische Luftfahrtbehörde erzwingt personelle Konsequenzen bei Indigo

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Die indische Billigfluggesellschaft Indigo hat der nationalen Luftfahrtaufsichtsbehörde Directorate General of Civil Aviation (DGCA) zugesichert, ab Februar 2026 die volle operative Stabilität wiederherzustellen. Hintergrund dieser Zusage sind massive Störungen im Flugbetrieb, die im Dezember 2025 ihren Höhepunkt erreichten. Aufgrund einer mangelhaften Dienstplanung des Cockpit-Personals fielen hunderte Flüge aus, während tausende Passagiere von erheblichen Verspätungen betroffen waren. Die Behörde reagierte auf das Organisationsversagen mit harten Sanktionen, darunter eine Geldstrafe in Höhe von 2,45 Millionen Dollar sowie offizielle Verwarnungen gegen das Top-Management der Airline.

Zusätzliche Recherchen im indischen Luftfahrtsektor verdeutlichen das Ausmaß der Krise bei der landesweit größten Fluggesellschaft. Die DGCA ordnete im Zuge der Ermittlungen die sofortige Ablösung des Leiters der Flugbetriebssteuerung an, da diesem schwerwiegende Fehler bei der Zuteilung der Pilotenressourcen vorgeworfen werden. Um den drohenden Kollaps des Flugplans abzuwenden, griff die Behörde zu einer umstrittenen Notmaßnahme: Zwei zentrale Vorschriften bezüglich der Ruhezeiten und Nachtdienste für Piloten wurden bis zum 10. Februar temporär gelockert. Damit soll Indigo ermöglicht werden, den akuten Personalmangel durch eine höhere Einsatzdichte des vorhandenen Personals kurzfristig zu kompensieren.

Diese Lockerung der Sicherheitsbestimmungen stieß bei Pilotengewerkschaften und unabhängigen Sicherheitsexperten auf scharfen Widerstand. Kritiker warnen davor, dass eine Ausweitung der Nachtdienstzeiten das Risiko von Übermüdung im Cockpit drastisch erhöht und somit die Flugsicherheit gefährdet. Indigo selbst steht unter massivem Druck, da die Airline gleichzeitig eine ambitionierte Expansionsstrategie mit hunderten neuen Flugzeugbestellungen verfolgt. Die aktuelle Personalkrise offenbart eine gefährliche Lücke zwischen dem schnellen Flottenwachstum und der Verfügbarkeit von qualifizierten Kapitänen und Co-Piloten auf dem indischen Markt.

Wirtschaftlich belastet die verhängte Millionenstrafe das Unternehmen zwar nur punktuell, der Vertrauensverlust bei den Kunden und die regulatorische Überwachung wiegen jedoch schwerer. Die Fluggesellschaft muss nun monatliche Berichte über den Status der Personalrekrutierung und die Einhaltung der Flugdienstzeiten vorlegen. Sollte die versprochene Stabilität bis Mitte Februar nicht eintreten, drohen der Airline weitere Kapazitätsbeschränkungen durch die Aufsichtsbehörde. Experten gehen davon aus, dass Indigo gezwungen sein wird, die Pilotengehälter signifikant anzuheben, um Personal von Konkurrenten abzuwerben und den Betrieb langfristig abzusichern.

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