Neuer Pier (Foto: Michael Fritz/Flughafen München).
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Demnächst: Flughafen München nimmt neuen Flugsteig am Terminal 1 in Betrieb

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Mit der feierlichen Eröffnung des neuen Piers am Terminal 1 am 13. April 2026 vollzieht der Flughafen München einen entscheidenden Schritt zur Stärkung seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Nach einer mehrjährigen Bauphase und einem Investitionsvolumen von rund 665 Millionen Euro wird die Infrastruktur des bayerischen Luftfahrtkreuzes erweitert.

Der Neubau, der speziell auf die Anforderungen des Non-Schengen-Verkehrs zugeschnitten ist, erhöht die Kapazität des Flughafens um bis zu sechs Millionen Passagiere pro Jahr. Jost Lammers, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH, bezeichnete das Projekt als zentrales Element einer langfristigen Strategie, um den Standort für zukünftige Verkehrsströme zu rüsten. Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen der vergangenen Jahre wurde das Vorhaben vollständig aus Eigenmitteln finanziert, was die finanzielle Robustheit des Unternehmens unterstreicht. Ab dem 21. April 2026 werden die ersten Passagiere von rund 40 Fluggesellschaften über das neue Gebäude abgefertigt, das durch modernste Technik und großzügige Raumkonzepte besticht.

Technische Dimensionen und Kapazitätsausweitung

Der neue Flugsteig erstreckt sich über eine Länge von rund 360 Metern in das Vorfeld West und umfasst eine Gesamtfläche von etwa 95.000 Quadratmetern. In diese Fläche ist auch ein Teil des bestehenden Ankunftsmoduls B integriert worden, um einen nahtlosen Übergang zwischen Alt- und Neubau zu gewährleisten. Die architektonische Gestaltung und die technische Ausstattung zielen darauf ab, die Effizienz der Abfertigungsprozesse zu maximieren.

An dem neuen Pier können gleichzeitig bis zu zwölf Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge oder alternativ sechs Großraumflugzeuge positioniert werden. Diese Flexibilität ist für den Flughafen München von strategischer Bedeutung, da der Anteil an Interkontinentalverbindungen im Non-Schengen-Bereich stetig wächst. Das Gebäude gliedert sich in sechs Ebenen, wobei drei Stockwerke primär für die Passagierabfertigung reserviert sind. Durch die Zentralisierung der Sicherheitskontrollen, die mit neuester CT-Technologie ausgestattet wurden, sollen die Wartezeiten verkürzt und der Durchlauf optimiert werden. Die CT-Scanner ermöglichen es den Fluggästen, Flüssigkeiten und elektronische Geräte während der Kontrolle im Gepäck zu belassen, was den Prozess erheblich beschleunigt.

Exklusive Aufenthaltsqualität und kommerzielles Angebot

Neben der rein funktionalen Abfertigung wurde großer Wert auf die Aufenthaltsqualität am neuen Flugsteig gelegt. Auf den verschiedenen Ebenen finden Reisende großzügige Wartezonen sowie spezialisierte Rückzugs- und Erholungsbereiche. Der kommerzielle Bereich umfasst eine Vielzahl von Einzelhandelsgeschäften und gastronomischen Einrichtungen, die auf die Bedürfnisse internationaler Reisender ausgerichtet sind.

Ein besonderes Highlight der Erweiterung sind die zwei neuen Lounges. Die Airport Lounge World, betrieben von der Flughafen München GmbH, erstreckt sich über 1.200 Quadratmeter auf zwei Etagen im Südwesten des Gebäudes. Durch die großflächige Verglasung bietet sie Passagieren einen Panoramablick über das Vorfeld bis hin zur Alpenkette. Neben kulinarischen Angeboten verfügt diese Lounge über Arbeitsbereiche, eine Galerieebene mit Bar und spezielle Ruhezonen. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine rund 900 Quadratmeter große Lounge der Fluggesellschaft Emirates, die ihren Premium-Gästen einen direkten Zugang zum Komfort vor dem Abflug ermöglicht.

Vorbereitung durch umfangreichen Probebetrieb

Um einen reibungslosen Übergang in den Echtbetrieb zu garantieren, startete bereits im Oktober des Vorjahres eine intensive Testphase. Im Rahmen dieses Probebetriebs wurden über 1.500 Komparsen eingesetzt, um praxisnahe Szenarien durchzuspielen. Hierbei wurden nicht nur die Passagierströme und die Orientierung im Gebäude getestet, sondern auch die technische Infrastruktur unter Volllast geprüft.

Besonderes Augenmerk lag auf der Integration des Ende 2025 EU-weit eingeführten Entry-Exit-Systems (EES) für Non-Schengen-Reisende. Die biometrische Erfassung und die digitalen Kontrollprozesse wurden mehrfach simuliert, um Engpässe an den Grenzkontrollstellen zu vermeiden. Ergänzend zum regulären Betrieb fanden zwei groß angelegte Notfallübungen statt, an denen neben dem Flughafenpersonal auch externe Sicherheitskräfte, Airlines und Dienstleister beteiligt waren. Das Feedback der Testpassagiere bestätigte laut Flughafenbetreiber die intuitive Wegeführung und die Effektivität der digitalisierten Prozesse.

Wirtschaftliche Bedeutung für den Standort Bayern

Für den bayerischen Finanz- und Heimatminister Albert Füracker, der zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats ist, markiert die Eröffnung den Abschluss eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte des Freistaats. Die Investitionssumme von über 600 Millionen Euro verdeutliche die Entschlossenheit, den Flughafen München als erstklassigen Mobilitätsknotenpunkt zu erhalten. Der neue Pier stärke nicht nur die operative Kapazität, sondern sichere auch die Attraktivität Bayerns als Wirtschafts- und Tourismusstandort.

Durch die Erweiterung wird das Terminal 1, das traditionell die Basis für viele internationale Fluggesellschaften außerhalb der Lufthansa-Gruppe bildet, technologisch auf das Niveau des Terminal 2 gehoben. Dies sichert eine homogene Qualitätserfahrung für Fluggäste über den gesamten Flughafen hinweg. Mit der Inbetriebnahme am 21. April 2026 wird eine neue Ära für das Terminal 1 eingeleitet, die den Flughafen München fest im Kreis der europäischen Premium-Airports verankert und die logistischen Voraussetzungen für ein weiteres Verkehrswachstum in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts schafft.

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