Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr hat die Fortführung und inhaltliche Erweiterung eines Förderprogramms zur technischen Modernisierung der Flugzeugabfertigung an deutschen Verkehrsflughäfen bekannt gegeben. Im Zentrum der staatlichen Unterstützung steht die Ausrüstung der Vorfelder mit stationären Bodenstromanlagen sowie sogenannten Pre-Conditioned-Air-Systemen (PCA). Diese Technologien ermöglichen es, Flugzeuge während der Standzeit am Boden mit Elektrizität und klimatisierter Luft zu versorgen, ohne dass die bordeigenen Hilfstriebwerke (Auxiliary Power Units) betrieben werden müssen. Durch diese Umstellung wird eine signifikante Reduktion der Lärmbelastung und des lokalen Schadstoffausstoßes auf dem Flughafengelände angestrebt, was unmittelbar die Arbeitsbedingungen für das Bodenpersonal verbessert.
Zusätzliche Daten des Flughafenverbandes ADV verdeutlichen die bisherige Reichweite der Initiative: Seit dem Start im Jahr 2023 flossen bereits knapp 24 Millionen Euro an 26 Akteure an insgesamt 21 Standorten. Mit diesen Mitteln wurden über 215 neue Bodenstromeinheiten beschafft. Die nun beschlossene mehrjährige Ausgestaltung des Programms soll den Betreibern die notwendige Planungssicherheit für komplexe öffentliche Vergabeverfahren geben. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die Integration von PCA-Anlagen technisch besonders anspruchsvoll ist, da sie entweder fest in die Fluggastbrücken integriert oder über unterirdische Kanäle direkt zu den Parkpositionen geführt werden müssen, was umfangreiche Tiefbaumaßnahmen auf dem Vorfeld erfordert.
Neben der reinen Beschaffung von Hardware sieht das aktualisierte Programm erstmals auch Mittel für Forschungs- und Entwicklungsprojekte vor. Damit sollen innovative Technologien zur Marktreife geführt werden, die eine noch effizientere Energieübertragung zwischen Terminal und Flugzeug sicherstellen. Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer der ADV, betonte, dass diese Investitionen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland essenziell seien. Moderne Infrastruktur am Boden verkürzt nicht nur die Abfertigungszeiten, sondern senkt auch die Betriebskosten für Fluggesellschaften, da der Einsatz teuren Kerosins für die Hilfstriebwerke während der Bodenzeit entfällt. Die geförderten Maßnahmen tragen somit direkt zur technologischen Aufwertung der deutschen Luftverkehrsknotenpunkte bei.
Die Umsetzung dieser Projekte erfolgt in enger Abstimmung mit den jeweiligen Landesluftfahrtbehörden und den technischen Diensten der Flughäfen. An Großflughäfen wie Frankfurt oder München ist die Versorgung mit Bodenstrom an den Gebäudepositionen bereits weitgehend Standard, während kleinere Regionalflughäfen nun durch die Fördergelder die Möglichkeit erhalten, ihre dezentralen Abstellpositionen ebenfalls technisch aufzurüsten. Die Ausweitung auf PCA-Systeme gilt als wichtiger Schritt, da gerade bei extremen Außentemperaturen die Klimatisierung der Kabine bisher oft den Einsatz der Triebwerke erforderte. Durch die staatliche Flankierung wird der Übergang zu rein elektrischen Bodenprozessen beschleunigt, was die Effizienz der gesamten Bodenabfertigung steigert.