Airbus A330-200 (Foto: byeangel).
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AUA will nicht intervenieren: China Eastern kündigt Wien-Flüge an

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China Eastern Airlines hat – mit abgewandelter Strategie – neuerlich Wien-Flüge angekündigt. Der letzte Versuch scheiterte aufgrund einer Intervention der Austrian Airlines im österreichischen Verkehrsministerium. Diesmal sieht die AUA für sich aber keinen Wettbewerbsnachteil.

Eigentlich sollte China Eastern Airlines dann schon seit fast zwei Jahren Kurs auf Wien-Schwechat nehmen, doch dazu kam es bis dato nicht. Der Premierenflug, der für Juni 2024 geplant war, musste abgesagt werden, weil Austrian Airlines beim österreichischen Verkehrsministerium intervenierte. Daraus folgte, dass die damalige Bundesregierung dem chinesischen Luftfahrtunternehmen die Verkehrsrechte verweigerte. Nun hat China Eastern Airlines die Strategie geändert und Platzhirsch Austrian Airlines hält sich diesmal komplett raus.

Im Jahr 2024 wollte das chinesische Luftfahrtunternehmen Flüge zwischen Shanghai und Wien aufnehmen. Damit wäre man in direkte Konkurrenz mit Austrian Airlines getreten. Der damalige Chief Commercial Officer sagte im Rahmen einer Presseveranstaltung auf dem Podium, dass man beim Verkehrsministerium schwere Bedenken deponiert habe. Kurzfassung: Es geht darum, dass chinesische Fluggesellschaften den russischen Luftraum nutzen (und das auch dürfen) während europäische Carrier wie Austrian Airlines erhebliche Umwege fliegen müssen. Dadurch sind die Kosten, beispielsweise aufgrund des zusätzlichen Treibstoffverbrauchs, deutlich höher. Somit hätte – im konkreten Fall China Airlines gegenüber Austrian Airlines – aus der Sicht des AUA-Managements einen deutlichen Wettbewerbsvorteil gehabt. Zu dieser Ansicht scheint man auch im Verkehrsministerium gelangt zu sein, denn der chinesische Herausforderer hat die erforderlichen Verkehrsrechte nicht erhalten.

Xi’an ist ein sekundäres Drehkreuz

Nun will es China Eastern Airlines erneut wissen, hat jedoch die Strategie geändert. Man will Wien nicht mehr mit Shanghai verbinden, sondern mit Xi’an und das mehrmals wöchentlich ab April 2026. Nun wäre es naheliegend, dass Austrian Airlines erneut bestrebt sein könnte einen Carrier aus der Volksrepublik China „herauszuhalten“. Das ist aber diesmal nicht der Fall, denn eine Sprecherin der Austrian Airlines erklärte: „Es besteht Einvernehmen zwischen Austrian Airlines und dem Verkehrsministerium dazu. Vor diesem Hintergrund werden wir keine Bedenken einbringen, solange es sich nicht um Austrian Airlines Strecken handelt, die von der Sperre des russischen Luftraums betroffen sind“.

Aus dem Statement lässt sich auch ableiten, dass sich Austrian Airlines nicht gegen zusätzliche China-Routen wehrt, sondern nur gegen jene, die man selbst bedient und einen Nachteil hätte, wenn ein Mitbewerber aus der Volksrepublik dies mit niedrigeren Kosten bedingt durch Nutzung des russischen Luftraums tun könnte. In Xi’an unterhält China Eastern Airlines übrigens ein sekundäres Drehkreuz, so dass man eigene Anschlussflüge innerhalb der Volksrepublik China und zu anderen Destinationen anbieten kann.

Ab 20. April 2026 soll geflogen werden

Ab dem 20. April 2026 verbindet die Fluggesellschaft die österreichische Hauptstadt erstmals direkt mit der chinesischen Metropole Xi’an. Die Route wird ganzjährig dreimal wöchentlich bedient, wobei montags, donnerstags und samstags ein Airbus A330-200 zum Einsatz kommt. Xi’an, einstiger Ausgangspunkt der Seidenstraße und Standort der weltberühmten Terrakotta-Armee, gewinnt damit als direkt erreichbares Ziel für den österreichischen Markt an Bedeutung. Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG, sieht in dieser Kooperation einen wesentlichen Schritt, um die Funktion des Standorts als Gateway zwischen Europa und dem Fernosten zu festigen.

Zusätzliche Marktanalysen verdeutlichen die ökonomische Relevanz dieser Expansion für den Wirtschaftsstandort. China Eastern Airlines gehört mit einer Flotte von über 800 Flugzeugen und jährlich mehr als 150 Millionen Passagieren zu den zehn größten Luftfahrtunternehmen weltweit. Die Einbindung Wiens in das Netzwerk des SkyTeam-Mitglieds zielt primär auf das zahlungskräftige Reisesegment ab. Laut WienTourismus zählt China bereits wieder zu den zehn wichtigsten Fernmärkten bei den Beherbergungsumsätzen. Besonders das kunst- und kulturinteressierte Publikum aus der Region Xi’an wird als treibende Kraft für die lokale Wertschöpfung in der Hotellerie und im gehobenen Einzelhandel eingestuft.

Die logistische Abwicklung der neuen Verbindung ist auf die Bedürfnisse von Geschäftsreisenden und Touristen optimiert. Die Maschinen starten in Wien am frühen Nachmittag und erreichen Zentralchina am nächsten Morgen, was effiziente Anschlüsse an das innerchinesische Streckennetz ermöglicht. Xi’an fungiert heute nicht nur als historisches Zentrum, sondern auch als bedeutender Standort für Technologie und Bildung im Westen der Volksrepublik. Die neue Flugstrecke entlastet zudem bestehende Hubs und bietet eine Zeitersparnis gegenüber bisherigen Umsteigeverbindungen über Peking oder Shanghai. Experten gehen davon aus, dass die erhöhte Konnektivität auch den bilateralen Handel sowie den fachlichen Austausch zwischen Forschungseinrichtungen beider Länder intensivieren wird.

Die Entscheidung für Wien als neue Destination im Streckennetz von China Eastern unterstreicht die Attraktivität des Standorts nach der vollständigen Erholung des chinesischen Reisemarktes. Während andere europäische Flughäfen noch mit Kapazitätsengpässen kämpfen, nutzt der Flughafen Wien die steigende Dynamik für den gezielten Ausbau des Langstreckenportfolios. Die technische Ausstattung der Airbus-Großraumflotte von China Eastern soll dabei einen hohen Servicestandard gewährleisten. Mit dieser Neuerung setzt die Airline ein deutliches Signal für die weitere Expansion auf dem europäischen Kontinent und festigt die Position Wiens im internationalen Wettbewerb der Luftverkehrsknotenpunkte.

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