Saudi-Arabien bereitet ein umfangreiches Investitionspaket für Syrien vor, das insbesondere den Aufbau einer neuen privaten Fluggesellschaft vorsieht. Wie der Chef der syrischen Investitionsbehörde mitteilte, ist dieses Vorhaben Teil eines milliardenschweren Finanzpakets, das die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder massiv stärken soll. Es handelt sich um die bedeutendste Kapitalzusage seit der Aufhebung der US-Sanktionen gegen Syrien im Dezember 2025. Die neue Airline soll laut aktuellen Planungen mit einer Flotte von mehr als einem Dutzend Flugzeugen den Betrieb aufnehmen und damit die zivile Konnektivität des Landes nach Jahren der Isolation grundlegend verbessern.
Neben der Gründung der Fluggesellschaft fließen erhebliche Mittel in die Modernisierung der Infrastruktur. Syrische Regierungsquellen bestätigten, dass Verträge zur umfassenden Entwicklung des internationalen Flughafens Aleppo unterzeichnet wurden. Aleppo soll als zweites großes Luftfahrt-Drehkreuz neben Damaskus fungieren und durch saudi-arabisches Kapital auf internationale Standards gehoben werden. Diese Maßnahmen folgen auf die Ankündigung aus dem Vorjahr, wonach Riad insgesamt 6,4 Milliarden Dollar (rund 5,4 Milliarden Euro) für den Wiederaufbau syrischer Kernsektoren bereitstellen will. Die Investitionen signalisieren eine tiefgreifende politische und wirtschaftliche Annäherung zwischen den beiden Regionalmächten.
Die geopolitischen Rahmenbedingungen haben sich seit dem Sturz des Assad-Regimes vor rund 14 Monaten grundlegend gewandelt. Riad positioniert sich unter der Führung von Präsident Ahmed al-Sharaa als strategischer Partner Syriens und nutzt das Ende der internationalen Sanktionen für den Markteintritt. Marktanalysten gehen davon aus, dass die neue Fluggesellschaft vor allem regionale Routen bedienen und Syrien wieder an das globale Luftverkehrsnetz anbinden soll. Die Aufhebung der Sanktionen ermöglicht es Syrien zudem, moderne Flugzeuge westlicher Bauart sowie notwendige Ersatzteile zu erwerben, was den Aufbau einer effizienten Flotte erst realisierbar macht.
Die Entwicklung des Flughafens Aleppo und der Start einer neuen privaten Airline gelten als Prestigeprojekte für die neue syrische Regierung. Saudi-Arabien verfolgt mit diesem Engagement auch eigene wirtschaftliche Interessen und sichert sich frühzeitig Einfluss in Schlüsselindustrien des Landes. Die Investitionen in den Luftfahrtsektor werden voraussichtlich weitere ausländische Geldgeber anziehen, da eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur als Voraussetzung für den allgemeinen wirtschaftlichen Wiederaufbau gilt. Für die Region bedeutet dieser Schritt eine Stabilisierung der Handelswege und eine verstärkte Integration Syriens in den arabischen Wirtschaftsraum.