Der Tod eines 36-jährigen deutschen Zugbegleiters nach dem Angriff eines Schwarzfahrers sorgt für massive Erschütterung in der gesamten europäischen Eisenbahnbranche. Der Bahnmitarbeiter war während einer Routinekontrolle im Zug attackiert und so schwer verletzt worden, dass er später seinen Verletzungen erlag. Die Gewerkschaft vida sowie die Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF) reagierten mit Bestürzung auf den Vorfall und mahnten an, dass körperliche Gewalt gegenüber Personal im öffentlichen Sektor kein kalkuliertes Berufsrisiko darstellen dürfe. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Übergriffen ein, die laut Gewerkschaftsangaben seit Jahren quantitativ und qualitativ zunehmen.
Statistiken der Branchenverbände und Sicherheitsbehörden bestätigen den Trend einer steigenden Gewaltbereitschaft in öffentlichen Verkehrsmitteln. Insbesondere Ticketkontrollen und die Durchsetzung der Beförderungsbedingungen werden zunehmend zum Auslöser für Eskalationen. Gerhard Tauchner, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida, fordert angesichts der tragischen Entwicklung einen politischen Schulterschluss auf nationaler und europäischer Ebene. Er verlangt von den Bahnmanagements deutliche Signale sowie eine gezielte Stärkung der Sicherheitsstrukturen in den Unternehmen, um die Beschäftigten während ihres Dienstes wirksam zu schützen.
Ein zentraler Punkt der gewerkschaftlichen Forderungen ist die personelle Besetzung der Züge. Es wird kritisiert, dass Mitarbeiter oft allein gelassen werden, wenn gefährliche Situationen entstehen. Gefordert wird daher eine Aufstockung des Personals sowie die Einführung verpflichtender Präventions- und Deeskalationsmechanismen in der Ausbildung und im täglichen Arbeitsablauf. Nur durch mehr Präsenz von Sicherheitskräften und zusätzlichem Bordpersonal könne die Hemmschwelle für potenzielle Täter erhöht und die Reaktionszeit bei Vorfällen verkürzt werden. Auch technische Hilfsmittel wie Bodycams werden in der aktuellen Debatte verstärkt als Abschreckungsmittel diskutiert. Die Eisenbahngewerkschaften betonen, dass Ankündigungen der Politik in der Vergangenheit nicht ausgereicht haben, um die Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten. Es wird eine rasche Umsetzung konkreter Maßnahmen verlangt, um die Arbeitsbedingungen im Bahnsektor grundlegend zu verbessern. Die Forderung nach einer „Null-Toleranz-Politik“ bei Angriffen im öffentlichen Verkehr soll sicherstellen, dass rechtliche Konsequenzen für Täter verschärft und Sicherheitskonzepte flächendeckend vereinheitlicht werden. Die Sicherheit der Belegschaft müsse fortan die höchste Priorität