Flughafen Charleroi (Foto: René Steuer).
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Ryanair sichert Sommerflugplan in Charleroi nach Verzicht auf Regionalsteuer

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Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat offiziell bestätigt, ihr vollständiges Flugprogramm für den Sommer 2026 am Flughafen Brüssel-Charleroi beizubehalten und sogar auszubauen.

Diese Entscheidung folgt unmittelbar auf den Beschluss der wallonischen Regionalregierung, die ursprünglich geplante Passagierabgabe für den Flughafen wieder abzuschaffen. Nach wochenlanger Ungewissheit und Drohungen über massive Kapazitätskürzungen kündigte die Airline an, im kommenden Sommer insgesamt 7,5 Millionen Sitzplätze anzubieten. Dies entspricht einer Steigerung von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst ein Streckennetz von 112 Destinationen.

Der Konflikt zwischen der Billigfluggesellschaft und den belgischen Behörden hatte sich zuvor zugespitzt, als Ryanair vor den negativen Folgen zusätzlicher Luftverkehrsabgaben für den Tourismus und den Arbeitsmarkt in der Wallonie warnte. Die Rücknahme der regionalen Steuerpläne wird in Branchenkreisen als Erfolg der aggressiven Verhandlungsstrategie des Unternehmens gewertet. Dennoch bleibt das Verhältnis zur belgischen Politik angespannt. Ryanair kritisiert weiterhin massiv die föderale Flugsteuer, die seit Juli 2025 drastisch angehoben wurde. Nach Angaben der Fluggesellschaft hat sich diese bundesweite Abgabe verfünffacht, was die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Belgien im europäischen Vergleich gefährde.

Trotz der aktuellen Expansionspläne für den Sommer 2026 bleibt eine langfristige Unsicherheit für den Flughafen Charleroi bestehen. Das Management von Ryanair knüpft künftige Kapazitäten ab Oktober 2026 an eine Rücknahme der föderalen Steuererhöhungen. Sollte die belgische Bundesregierung nicht einlenken, droht der Entzug von über zwei Millionen Sitzplätzen für die darauffolgende Wintersaison. Dies hätte weitreichende Konsequenzen für die regionale Wirtschaft, da der Flughafen Charleroi als wichtigstes Drehkreuz für Billigflieger in der Region gilt und tausende Arbeitsplätze direkt und indirekt von der Präsenz der irischen Airline abhängen.

Die aktuelle Entwicklung unterstreicht den harten Standortwettbewerb im europäischen Luftverkehrssektor. Während Regionalregierungen wie in der Wallonie versuchen, durch Steuererleichterungen Investitionen und Verkehrsströme zu sichern, stehen nationale Fiskalinteressen oft im Gegensatz zu den Wachstumsstrategien der Low-Cost-Carrier. Ryanair nutzt die jüngste Entscheidung als Beispiel für andere europäische Märkte, um Druck auf Regierungen auszuüben, die an Luftverkehrsabgaben festhalten. Für die Passagiere bedeutet die Einigung in Charleroi vorerst stabile Flugverbindungen und eine breite Auswahl an Urlaubszielen für das kommende Jahr.

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