Flughafen Heringsdorf (Foto: Carsten Steger).
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Entwicklung und Ausblick der Flugverbindungen zur Ferienregion Usedom für das Jahr 2026

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Der Flughafen Heringsdorf bereitet sich auf eine intensivierte Flugsaison vor, die offiziell am 2. Mai 2026 beginnt und das touristische Angebot der Insel Usedom maßgeblich prägen wird. Nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2025, in dem die Passagierzahlen um knapp sieben Prozent auf insgesamt 23.156 Fluggäste gesteigert werden konnten, setzt die Flughafengesetzschaft auf Kontinuität und den Ausbau bewährter Verbindungen.

Das Streckennetz für das kommende Jahr umfasst fünf strategisch bedeutsame Destinationen im In- und Ausland, wobei die Flugtage konsequent auf den Samstag konzentriert bleiben, um den Bettenwechsel in der regionalen Hotellerie optimal zu unterstützen. Mit einer durchschnittlichen Auslastung von rund 80 Prozent im Vorjahr hat sich der Regionalflughafen als stabiler Faktor in der Infrastruktur Mecklenburg-Vorpommerns erwiesen und verzeichnete insgesamt etwa 4500 Flugbewegungen, was die Relevanz des Standortes für den gehobenen Tourismus unterstreicht.

Wirtschaftliche Bilanz und strategische Positionierung des Regionalflughafens

Die positive Entwicklung der Passagierzahlen im vergangenen Jahr wird von der Flughafengeschäftsführung als Bestätigung des aktuellen Kurses gewertet. Dirk Zabel, Geschäftsführer des Flughafens Heringsdorf, betonte, dass die Zunahme von 21.689 auf über 23.000 Passagiere kein Zufall sei, sondern auf einer gezielten Auswahl attraktiver Quellmärkte basiere. Regionalflughäfen stehen oft vor der Herausforderung, Linienverbindungen in einem saisonal geprägten Umfeld wirtschaftlich zu betreiben. Heringsdorf gelingt dies durch eine enge Verzahnung mit Reiseveranstaltern und etablierten Fluggesellschaften. Besonders die internationale Anbindung an Luxemburg erwies sich im vergangenen Jahr mit einer Auslastung von 84 Prozent als Zugpferd des operativen Geschäfts.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass das Segment der Flugreisen zur Insel Usedom vor allem Gäste anspricht, die Wert auf eine schnelle und komfortable Anreise legen. Die strategische Ausrichtung zielt darauf ab, die Insel als Premium-Destination für Urlauber aus Süddeutschland, den Alpenländern und den Benelux-Staaten zu festigen. Die Steigerungsrate von 6,8 Prozent im Linienverkehr zeigt zudem, dass die Akzeptanz des Luftweges gegenüber der oft zeitaufwendigen Anreise per Bahn oder Automobil wächst, was insbesondere in den Sommermonaten zur Entlastung der lokalen Straßeninfrastruktur beiträgt.

Inlandsverbindungen und die Rolle der Charter-Partner

Der Startschuss für die Saison fällt am 2. Mai 2026 mit den Verbindungen nach Kassel und Friedrichshafen. Diese Strecken werden bis zum 17. Oktober bedient, was den gesamten Zeitraum von der Vor- bis zur Nachsaison abdeckt. Durchgeführt werden die Flüge von der Chartergesellschaft MHS Aviation, die im Auftrag des Reiseveranstalters UKS Touristik agiert. Diese Kooperation ist ein klassisches Beispiel für das Geschäftsmodell kleinerer Flughäfen, bei dem spezialisierte Reiseanbieter ganze Kontingente chartern, um Pauschalreisenden ein Rundum-Paket inklusive Flug und Hotelaufenthalt anzubieten.

Die Anbindung an Friedrichshafen am Bodensee erschließt eine kaufkräftige Region im Dreiländereck Deutschland-Österreich-Schweiz, während die Verbindung nach Kassel das zentrale Deutschland abdeckt. Da alle Flüge jeweils samstags durchgeführt werden, harmonieren sie perfekt mit den üblichen Buchungszyklen der Ferienwohnungen und Hotels auf Usedom. Für die Region bedeutet dies eine planbare Zufuhr von Touristen, die im Durchschnitt eine höhere Kaufkraft aufweisen und länger vor Ort verweilen als Tagesgäste.

Internationale Strecken und die Anbindung an globale Drehkreuze

Ein wesentlicher Faktor für die internationale Wahrnehmung der Insel ist die Zusammenarbeit mit großen Netzwerk-Fluggesellschaften. Lufthansa CityLine wird auch 2026 wieder zwischen Heringsdorf und dem globalen Drehkreuz Frankfurt am Main verkehren. Diese Verbindung steht vom 30. Mai bis zum 19. September im Flugplan. Über Frankfurt ist die Insel Usedom theoretisch weltweit erreichbar, da Passagiere aus Übersee dort mit nur einem Umstieg auf die Maschine nach Heringsdorf wechseln können. Dies stärkt die Wettbewerbsfähigkeit Usedoms gegenüber anderen Ostsee-Destinationen, die nicht über eine vergleichbare Hub-Anbindung verfügen.

Zusätzlich ergänzt die schweizerische Fluggesellschaft Swiss das Angebot. Vom 27. Juni bis zum 22. August wird Zürich direkt angeflogen. Die zeitliche Eingrenzung auf die Hochsommerwochen spiegelt die gezielte Ausrichtung auf die Ferienzeit in der Schweiz wider. Die Verbindung nach Luxemburg durch Luxair, die vom 23. Mai bis zum 26. September geplant ist, rundet das internationale Portfolio ab. Die im Vorjahr erzielten Spitzenwerte bei der Auslastung auf dieser Strecke lassen erwarten, dass Luxemburg auch 2026 eine tragende Säule im Flugplan von Heringsdorf bleibt.

Operative Herausforderungen und Infrastruktur am Boden

Mit rund 4500 Flugbewegungen im Jahr 2025 bewältigt der Flughafen Heringsdorf ein beachtliches Volumen für seine Größe. Dies umfasst neben den Linien- und Charterflügen auch den Bereich der allgemeinen Luftfahrt, wie Privatjets und Sportflugzeuge. Die logistische Herausforderung liegt vor allem in der Konzentration des Linienverkehrs auf den Samstag. An diesem Tag müssen Personal und Technik Höchstleistungen erbringen, um die Abfertigung mehrerer aufeinanderfolgender Maschinen reibungslos zu garantieren.

Investitionen in die Sicherheit und den Komfort der Passagiere im Terminalgebäude sowie die Instandhaltung der Start- und Landebahn sind fortlaufende Prozesse, die den Bestand des Flughafens sichern. Da der Flughafen Heringsdorf auch eine wichtige Funktion für den Katastrophenschutz und Rettungsflüge übernimmt, ist die Aufrechterhaltung des Betriebes über den reinen Tourismus hinaus von Bedeutung. Die stabilen Passagierzahlen bilden das ökonomische Rückgrat, um diese Infrastruktur vorzuhalten und für künftige Entwicklungen im regionalen Luftverkehr gewappnet zu sein.

Ausblick auf die touristische Wertschöpfung der Region

Die Bedeutung des Flughafens erstreckt sich weit über das Rollfeld hinaus. Die Tourismuswirtschaft auf Usedom profitiert massiv von den Fluggästen, da diese statistisch gesehen überdurchschnittlich in lokale Dienstleistungen, Gastronomie und Wellness-Angebote investieren. Die Kooperation zwischen Flughafen, Tourismusverbänden und Hotelbetreibern ist daher essenziell für den Erfolg der kommenden Saison. Man geht davon aus, dass die Erreichbarkeit per Flugzeug ein entscheidendes Kriterium für die Wahl des Urlaubsortes bei Gästen ist, die eine Anreisezeit von mehr als sechs Stunden auf dem Landweg scheuen.

Für das Jahr 2026 wird eine Fortsetzung des positiven Trends erwartet. Sollten die Auslastungsquoten stabil bei 80 Prozent bleiben oder diese Marke sogar überschreiten, könnten für die Folgejahre weitere Kapazitäten oder eine Ausweitung der Saisonzeiten in Betracht gezogen werden. Aktuell liegt der Fokus jedoch auf der Sicherstellung einer hohen Servicequalität für die fünf fest eingeplanten Ziele, um die Attraktivität des Standortes Heringsdorf sowohl für Airlines als auch für Passagiere langfristig zu sichern.

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