Die Flughafen-Wien-Gruppe hat das Jahr 2026 mit einem deutlichen Zuwachs bei den Fluggastzahlen begonnen. Im Jänner stieg das Passagieraufkommen im gesamten Konzern, zu dem neben dem Standort Wien auch die Flughäfen Malta und Kosice gehören, um 5,0 Prozent auf insgesamt rund 2,56 Millionen Reisende. Während der Kernstandort Wien mit 1,91 Millionen Passagieren ein moderates Plus von 1,1 Prozent verbuchte, erwiesen sich die internationalen Beteiligungen als wesentliche Wachstumstreiber. Besonders hervorzuheben ist der Flughafen Kosice in der Slowakei mit einem Plus von 34,7 Prozent sowie der Malta Airport, der ein Wachstum von 17,2 Prozent verzeichnete.
Am Standort Wien zeigt die detaillierte Statistik jedoch ein differenziertes Bild. Trotz des leichten Anstiegs der Gesamtpassagierzahl sank das Aufkommen bei Lokalpassagieren um 0,5 Prozent und bei Transferreisenden um 2,5 Prozent. Dass das Ergebnis dennoch positiv ausfiel, ist primär auf einen Anstieg der Transitpassagiere zurückzuführen. Hintergrund sind technische Zwischenstopps der Fluggesellschaft Air India, die Wien verstärkt als Tankstopp auf ihren Routen nutzt. Die Anzahl der Flugbewegungen in Schwechat ging hingegen um 4,0 Prozent auf 15.143 Starts und Landungen zurück, was auf eine effizientere Auslastung der eingesetzten Maschinen hindeutet, da der Sitzladefaktor gleichzeitig um 3,1 Prozentpunkte anstieg.
Zusätzliche Marktanalysen verdeutlichen eine Verschiebung der Reiseziele. Während die Passagierzahlen nach Osteuropa (-9,0 %) und Nordamerika (-7,7 %) rückläufig waren, entwickelten sich Verbindungen in den Nahen und Mittleren Osten (+15,0 %) sowie nach Afrika (+9,0 %) äußerst positiv. Diese Dynamik wird durch die strategische Positionierung Wiens als Drehkreuz für Langstreckenverbindungen in den südöstlichen Raum gestützt. Auch der Logistiksektor profitierte von der globalen Nachfrage: Das Frachtaufkommen am Standort Wien stieg um 5,3 Prozent auf 22.679 Tonnen, was die Bedeutung des Flughafens als wichtiges Frachtzentrum in Zentraleuropa unterstreicht.
Branchenexperten werten die Zahlen als Zeichen einer stabilen, wenn auch regional sehr unterschiedlichen Erholung des Luftverkehrs. Während die klassischen Transferströme am Hub Wien unter Druck stehen, kompensieren die touristisch geprägten Standorte wie Malta und die regionalen Anbindungen in Kosice die Schwankungen. Die Steigerung des maximalen Abfluggewichts (MTOW) um 2,7 Prozent in Wien deutet zudem darauf hin, dass zunehmend größeres Fluggerät eingesetzt wird. Für das restliche erste Quartal bleibt die Entwicklung abzuwarten, wobei die Diversifizierung des Konzerns durch die Auslandsflughäfen weiterhin eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Stabilität spielen dürfte.