Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) verzeichnete im ersten Monat des Jahres 2026 einen leichten Rückgang des Passagieraufkommens. Insgesamt nutzten 1,55 Millionen Reisende das Hauptstadtkreuz, was einem Minus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres entspricht. Auch bei den Flugbewegungen zeigten die vorläufigen Zahlen eine abnehmende Tendenz: Mit 12.345 Starts und Landungen wurden 535 Flugbewegungen weniger registriert als im Januar 2025. Trotz dieser rückläufigen Zahlen im Personenverkehr konnte die Luftfracht einen Zuwachs verzeichnen; die umgeschlagene Menge stieg um rund 147 Tonnen auf insgesamt 3.751 Tonnen an.
Verantwortlich für die Stagnation im Passagierbereich waren primär externe Faktoren. Extreme winterliche Witterungsbedingungen in großen Teilen Europas führten zu erheblichen Unregelmäßigkeiten im gesamten Netzwerk. Am BER strichen die Fluggesellschaften aufgrund von Schnee und Eis insgesamt 333 Flüge, wovon etwa 31.000 Passagiere unmittelbar betroffen waren. Statistische Auswertungen verdeutlichen, dass das Passagieraufkommen ohne diese wetterbedingten Ausfälle leicht über dem Niveau des Vorjahres gelegen hätte. Experten weisen zudem darauf hin, dass der Januar traditionell zu den verkehrsärmsten Monaten im europäischen Luftfahrtkalender zählt.
Zusätzliche Berichte aus der Branche deuten darauf hin, dass der BER weiterhin mit strukturellen Herausforderungen im Vergleich zu anderen europäischen Metropolenflughäfen kämpft. Während Drehkreuze wie Frankfurt oder München von einem starken Transitverkehr profitieren, bleibt Berlin ein klassischer Point-to-Point-Standort mit hohem Anteil an Billigfliegern. Die Bodenverkehrsdienste am BER standen während der Kälteperioden zudem unter besonderer Beobachtung, um die Betriebsbereitschaft der Start- und Landebahnen sowie die Enteisung der Flugzeuge sicherzustellen. Trotz der aktuellen wetterbedingten Delle wird für die kommenden Frühlingsmonate mit einer deutlichen Stabilisierung der Buchungszahlen gerechnet.
Die Entwicklung der Frachtzahlen wird am Standort Berlin als positives Signal gewertet. Der Zuwachs im Januar unterstreicht die wachsende Bedeutung des Logistikzentrums am südöstlichen Stadtrand. Insbesondere der Ausbau der Kapazitäten im Bereich der Expressfracht sowie die Anbindung neuer Frachtrouten tragen dazu bei, dass der BER seine Rolle als Wirtschaftsmotor für die Region Brandenburg weiter festigt. Während der Passagierverkehr Schwankungen durch Wetter und Saison unterliegt, zeigt sich der Warenverkehr robuster gegenüber kurzfristigen klimatischen Störungen und stützt die Gesamteinnahmen der Flughafengesellschaft in den Wintermonaten.