Die niederländische Fluggesellschaft Transavia hat zum Valentinstag 2026 den Start eines neuen Unterhaltungsformats unter dem Titel „Dating Chairs“ bekannt gegeben. Das Projekt zielt darauf ab, Singles in einer flughafenspezifischen Umgebung zusammenzuführen.
In einer Serie von Online-Episoden werden die Teilnehmer in nachempfundenen Situationen des Reisealltags, wie etwa der Gepäckaufgabe oder der Passkontrolle, miteinander konfrontiert. Das Ziel des Experiments ist es, Paare zu finden, die im Anschluss an das Kennenlernen eine gemeinsame Flugreise antreten. Die Produktion knüpft an eine virale Marketingaktion des Vorjahres an, die ursprünglich als Aprilscherz konzipiert war, jedoch aufgrund der hohen öffentlichen Resonanz nun in ein reales Format überführt wurde.
Zusätzliche Recherchen im Bereich des Luftfahrt-Marketings zeigen, dass Transavia mit dieser Strategie verstärkt auf die Bindung einer jüngeren, digital affinen Zielgruppe setzt. Die Episoden werden primär über soziale Netzwerke wie TikTok und Instagram verbreitet, um die Markenpräsenz abseits klassischer Buchungsportale zu stärken. Bewerber aus den Niederlanden konnten sich über eine dedizierte Online-Plattform registrieren, wobei die Auswahl der Protagonisten nach Kriterien erfolgte, die eine hohe Interaktionsrate in den sozialen Medien versprechen. Die Airline nutzt hierbei das bekannte psychologische Phänomen der Reisevorfreude, um ihre Dienstleistungen in einen emotionalen Kontext zu rücken.
Experten der Tourismusbranche beobachten seit geraumer Zeit, dass Low-Cost-Carrier zunehmend auf sogenanntes „Content-Marketing“ setzen, um sich in einem preisaggressiven Markt zu differenzieren. Während Mitbewerber wie Ryanair oft auf provokante Kommunikation setzen, wählt die KLM-Tochter Transavia mit den „Dating Chairs“ einen Weg der spielerischen Kundeninteraktion. Die Veröffentlichung der Folgen ist für das Frühjahr 2026 geplant, pünktlich zur Buchungsphase für die Sommersaison. Durch die Verknüpfung von Dating-Elementen mit dem Produkt „Flugreise“ versucht das Unternehmen, die Verweildauer der Nutzer auf seinen digitalen Kanälen zu erhöhen und gleichzeitig die Auslastung auf ausgewählten Urlaubsstrecken zu fördern.
Technisch und logistisch wird das Projekt als Teil einer größeren Digitaloffensive der Airline gewertet. Die Einbindung von typischen Flughafenprozessen in ein Unterhaltungsformat dient dabei auch der Entmystifizierung von Abläufen am Boden, die von Passagieren oft als stressig empfunden werden. Indem diese Momente humoristisch aufbereitet werden, positioniert sich Transavia als nahbare Fluggesellschaft. Ob das Format über die Pilotphase hinaus verlängert wird, hängt laut Brancheninsidern maßgeblich von den Klickzahlen und der Conversion-Rate, also der Umwandlung von Zuschauern in tatsächliche Fluggäste, ab.