Bahnhof Flughafen Graz (Foto: ÖBB/Chris Zenz).
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Graz: ÖBB modernisieren Flughafen-Haltestelle

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Die Österreichischen Bundesbahnen haben ein bedeutendes Infrastrukturprojekt zur Modernisierung des regionalen Verkehrsnetzes im Grazer Süden gestartet. Seit Anfang Februar 2026 finden an der Haltestelle Flughafen Graz-Feldkirchen umfangreiche Umbauarbeiten statt, die den Standort bis Ende des Jahres in eine moderne, barrierefreie Mobilitätsdrehscheibe verwandeln sollen.

Mit einer Investitionssumme von rund sechs Millionen Euro wird die Station grundlegend erneuert, um den steigenden Anforderungen des Pendlerverkehrs und der Anbindung an den internationalen Flugverkehr gerecht zu werden. Neben der Errichtung eines neuen Personenstegs mit Aufzugsanlagen umfasst das Projekt die Verlängerung der Bahnsteige sowie eine verbesserte Verknüpfung mit dem regionalen Busverkehr. Dieses Vorhaben ist Teil einer großflächigen Modernisierungsoffensive der ÖBB, die darauf abzielt, bis Ende 2027 den Großteil des Schienennetzes für alle Kundengruppen uneingeschränkt zugänglich zu machen. Während der Bauphase müssen Fahrgäste jedoch zeitweise mit Haltausfällen und Schienenersatzverkehr rechnen.

Technische Details und bauliche Neuerungen

Das Herzstück der Baumaßnahmen bildet die Herstellung der vollständigen Barrierefreiheit. Hierfür wird ein neuer, eingehauster Personensteg über die Gleisanlagen errichtet. Dieser Steg wird nicht nur überdacht sein, um die Fahrgäste vor Witterungseinflüssen zu schützen, sondern verfügt auch über moderne Stiegentürme. Für Reisende mit eingeschränkter Mobilität, schwerem Gepäck oder Kinderwagen werden zudem zwei Aufzugsanlagen installiert, die einen direkten und hindernisfreien Zugang zu den Bahnsteigen ermöglichen. Diese Maßnahme ist von besonderer Relevanz, da die Haltestelle eine zentrale Funktion für Fluggäste übernimmt, die mit Koffern zwischen der Bahn und dem Terminal des Flughafens Graz pendeln.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt des Ausbaus ist die Verlängerung der Randbahnsteige. Die bestehenden Anlagen werden von aktuell 190 Metern auf künftig 220 Meter in Richtung Norden erweitert. Diese Maßnahme dient vor allem betrieblichen Optimierungen, da sie den Einsatz längerer Züge im Nah- und Regionalverkehr ermöglicht, was wiederum die Kapazität auf der stark frequentierten Strecke in Richtung Spielfeld-Straß erhöht. Im Zuge dieser Arbeiten werden auch die Oberflächen der Bahnsteige komplett saniert und die Ausstattung sowie die Beleuchtungssysteme auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Dies soll die Aufenthaltsqualität an der Haltestelle deutlich steigern und für eine bessere Übersichtlichkeit sorgen.

Optimierung der intermodalen Mobilitätskette

Über die reine Bahninfrastruktur hinaus wird am Standort Flughafen Graz-Feldkirchen auch die Anbindung an andere Verkehrsträger verbessert. Im Rahmen des Projekts entsteht eine neue Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe zum Bahnsteigbereich. Ziel ist es, eine effiziente Verknüpfung zwischen Schiene und Straße zu schaffen, um die Mobilitätsdrehscheibe für die regionale Bevölkerung und Besucher attraktiver zu gestalten. Durch die Integration des Busverkehrs in das Bahnhofsareal verkürzen sich die Umstiegswege massiv, was die Gesamtreisezeit im öffentlichen Verkehr reduziert.

Die strategische Bedeutung dieses Knotens ergibt sich aus der Kombination von Berufsverkehr in das Grazer Stadtzentrum und dem spezifischen Bedarf des angrenzenden Flughafens. Die Modernisierung sorgt dafür, dass die Haltestelle für die zukünftigen Anforderungen des Ballungsraums Graz gerüstet ist. Die ÖBB investieren hier gezielt in die Qualität der Infrastruktur, um den Komfort für die Fahrgäste nachhaltig zu sichern. Die Bauarbeiten werden koordiniert durchgeführt, um die Auswirkungen auf den laufenden Bahnbetrieb so gering wie möglich zu halten, auch wenn temporäre Einschränkungen unumgänglich sind.

Zeitplan und operative Abwicklung der Bauphasen

Die Realisierung des Projekts ist straff organisiert. Nach dem Baustart im Februar 2026 ist die vollständige Fertigstellung aller Anlagen bis zum Jahresende geplant. Um die Beeinträchtigungen für die täglichen Nutzer zu minimieren, werden die intensivsten Arbeiten in spezifische Zeitfenster gelegt. Dennoch erfordert die Baustellenlogistik zwei jeweils zweiwöchige Sperrphasen, in denen der reguläre Zughalt entfallen muss. In diesen Zeiträumen wird zwischen den Bahnhöfen Graz-Puntigam und Kalsdorf ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, um die Verbindung für die Fahrgäste aufrechtzuerhalten.

Besonders zu beachten sind die Einschränkungen im Februar und März beziehungsweise April. Vom 9. bis zum 22. Februar 2026 entfallen die Halte in Feldkirchen-Seiersberg und am Flughafen Graz-Feldkirchen tagsüber zwischen 8:00 und 20:00 Uhr. In den Nachtstunden ist jeweils nur eine Fahrtrichtung von den Ausfällen betroffen. Ein analoges Schema wiederholt sich im Zeitraum vom 28. März bis zum 10. April 2026. Die Fahrgäste werden gebeten, sich vorab über die digitalen Informationssysteme der ÖBB über die exakten Abfahrtszeiten der Ersatzbusse zu informieren, da diese von den regulären Zugfahrplänen abweichen können.

Wirtschaftliche Dimension und regionale Auswirkungen

Die Investition von sechs Millionen Euro unterstreicht die Bedeutung der Südstrecke für den steirischen Wirtschaftsraum. Durch die Modernisierung der Haltestelle wird nicht nur ein regionaler Haltepunkt aufgewertet, sondern auch das Image des Flughafens Graz als gut erreichbares Ziel gestärkt. Eine moderne Bahnanbindung gilt als wichtiger Standortfaktor für die umliegenden Industriebetriebe und Dienstleister in Feldkirchen und Seiersberg. Die Baumaßnahmen sichern zudem Arbeitsplätze in der regionalen Bauwirtschaft, da viele Gewerke für die Errichtung der Brückenkonstruktionen und die Bahnsteigsanierung lokal vergeben werden.

Mit dem Abschluss der Arbeiten Ende 2026 wird die Haltestelle Flughafen Graz-Feldkirchen einen neuen Standard im steirischen Regionalverkehr setzen. Die Kombination aus Barrierefreiheit, moderner Beleuchtung und der neuen Verknüpfung zum Busverkehr macht den Standort zu einem Vorzeigeprojekt für die Modernisierung von Bestandshaltestellen. Für die ÖBB ist dies ein weiterer Schritt zur Erfüllung ihrer Zielvorgaben, die Infrastruktur für eine inklusive Nutzung umzugestalten. Langfristig profitiert die gesamte Region von einer leistungsfähigen und komfortablen Anbindung an das Grazer Zentrum und die südlichen Landesteile.

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