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Deutsche Urlauber planen 2026 trotz knapper Budgets mehrere Reisen

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Das Reisejahr 2026 ist in Deutschland von einer hohen Reisebereitschaft bei gleichzeitig wachsender Preissensibilität geprägt. Eine aktuelle repräsentative Erhebung der Postbank unter mehr als 2.100 Teilnehmern zeigt, dass rund zwei Drittel der Bevölkerung private Reisen planen, wobei ein Großteil sogar mehrfache Trips ins Auge fasst.

Diese Stabilität im Konsumverhalten steht im Kontrast zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Knapp 61 Prozent der Befragten geben an, aufgrund gestiegener Kosten ihr Budget strenger zu kontrollieren oder ihre ursprünglichen Pläne bereits reduziert zu haben. Besonders für Zielländer wie Österreich, für die Deutschland die wichtigste Herkunftsgruppe darstellt, bedeutet dies eine zwar stabile, aber preisbewusstere Nachfrage.

Die anhaltende Teuerung bei Lebensmitteln und Dienstleistungen wird als Hauptgrund für die finanzielle Vorsicht angeführt. Obwohl die allgemeine Inflationsrate im Januar 2026 mit 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr moderat ausfällt, belasten die kumulierten Preissteigerungen der vergangenen Jahre die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte weiterhin spürbar. Experten der Deutschen Bank beobachten eine deutliche Tendenz zu günstigeren Reisezielen und kürzeren Aufenthalten. Pauschalreisen und gastronomische Dienstleistungen am Urlaubsort sind von überdurchschnittlichen Preiserhöhungen betroffen, was dazu führt, dass Reisende verstärkt auf Last-Minute-Angebote oder Unterkünfte in der Nebensaison ausweichen.

Bei der Finanzierung ihrer Reisen setzen die Deutschen weiterhin auf konservative Methoden. Die Umfrage belegt, dass die Aufnahme von Krediten für den Urlaub für die überwältigende Mehrheit keine Option darstellt; lediglich vier Prozent der Befragten ziehen Raten- oder Dispokredite in Erwägung. Stattdessen dienen bei einmaligen Reisen primär Ersparnisse als Geldquelle, während Vielreisende ihre Ausflüge überwiegend aus dem laufenden Einkommen bestreiten. Diese Disziplin bei der Urlaubsfinanzierung unterstreicht den hohen Stellenwert, den die Erholung trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten im Alltag einnimmt.

Branchenkenner rechnen damit, dass sich der Trend zum „bewussten Verzicht“ bei Zusatzleistungen vor Ort fortsetzen wird. Während an der Reise an sich festgehalten wird, sparen Urlauber vermehrt bei teuren Ausflügen oder gehobener Gastronomie. Für die Tourismuswirtschaft bedeutet dies eine notwendige Anpassung der Angebote an schmalere Budgets, um die hohe Frequenz an Reisenden halten zu können. Der deutsche Markt bleibt somit ein verlässlicher Anker für europäische Destinationen, fordert jedoch eine höhere Flexibilität in der Preisgestaltung und Produktentwicklung.

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