Die estnische Reederei AS Tallink Grupp hat ihre ungeprüften Finanzergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 präsentiert. Das Unternehmen erwirtschaftete einen Nettogewinn von 17,3 Millionen Euro bei einem Gesamtumsatz von 765 Millionen Euro. Damit blieb das Ergebnis hinter den Vorjahreswerten zurück, was die Konzernleitung vor allem auf die wirtschaftliche Stagnation im Kernmarkt Finnland sowie auf ungünstige Rahmenbedingungen im Frachtverkehr zurückführt. Trotz des schwierigen Umfelds beförderte die Flotte fast 5,5 Millionen Passagiere, wobei die Verbindung zwischen Estland und Finnland mit 3,6 Millionen Reisenden das wichtigste Standbein blieb. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich auf 130 Millionen Euro.
Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung hat die Tallink Grupp ihre Flotte deutlich verkleinert. Im vergangenen Jahr wurden drei Schiffe verkauft und drei weitere verchartert, sodass zum Jahresende noch elf Schiffe aktiv betrieben wurden. Diese Maßnahmen dienten primär der Kostenoptimierung und der Reduzierung der Schuldenlast, die im Berichtszeitraum um 94 Millionen Euro gesenkt werden konnte. Dennoch belasteten Darlehens- und Zinszahlungen in Höhe von fast 113 Millionen Euro die Bilanz. CEO Paavo Nõgene kritisierte in diesem Zusammenhang die mangelnde staatliche Unterstützung für den estnischen Seeverkehrssektor, was zu Wettbewerbsnachteilen gegenüber Reedereien aus Nachbarländern führe.
Die Investitionen wurden im Vergleich zum Vorjahr um 10 Millionen Euro auf insgesamt 33 Millionen Euro gesteigert. Ein Großteil dieser Mittel floss in die technische Modernisierung und Renovierung der Passagierbereiche auf den Schiffen Silja Serenade und Baltic Princess. Letztere wurde umfangreichen Erneuerungen unterzogen, um den Standard auf der Route zwischen Finnland und Schweden zu halten. Die Nutzungsdauer für Kreuzfahrtschiffe legte das Unternehmen auf 45 Jahre fest, womit die 35 Jahre alten Einheiten Silja Serenade und Silja Symphony weiterhin als Kernbestandteile der Flotte gelten. Für die Aktionäre plant der Vorstand eine Dividende von 0,06 Euro pro Aktie vorzuschlagen.
Neben dem Passagiergeschäft stabilisierte sich der Frachtsektor zum Jahresende leicht, insgesamt wurden rund 245.000 Frachteinheiten sowie über 760.000 Personenkraftwagen transportiert. Die Tallink Grupp leistete zudem einen Beitrag von 97 Millionen Euro an Steuern zum estnischen Staatshaushalt. Mit über 37.000 Aktionären an den Börsen in Tallinn und Helsinki bleibt das Unternehmen einer der bedeutendsten börsennotierten Akteure in der Ostseeregion. Für das laufende Geschäftsjahr setzt die Reederei auf eine weitere Konsolidierung der Finanzen und eine flexible Anpassung an die schwankende Nachfrage im baltischen Seeverkehr.