Ein plötzlicher Wintereinbruch mit Schneefall und niedrigen Temperaturen hat am Donnerstag den Betrieb am Frankfurter Flughafen beeinträchtigt. Von den für den heutigen Tag rund 1.100 geplanten Starts und Landungen mussten bis zum Mittag etwa 83 Verbindungen gestrichen werden.
Nach Angaben eines Flughafensprechers ist die Mehrheit dieser Annullierungen direkt auf die widrigen Witterungsverhältnisse zurückzuführen, während ein kleinerer Teil andere operative Gründe hat. Der Winterdienst der Betreibergesellschaft Fraport ist bereits seit den frühen Morgenstunden im Dauereinsatz, um die Start- und Landebahnen sowie die Rollwege schnee- und eisfrei zu halten. Trotz der widrigen Umstände wird die aktuelle Lage als stabil bewertet, wenngleich es im Tagesverlauf weiterhin zu vereinzelten Einschränkungen kommen kann.
Um den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten, müssen die Maschinen vor dem Start in speziellen Enteisungsbereichen von Schnee und Eis befreit werden. Dieser Prozess, bei dem ein Gemisch aus Wasser und Glykol eingesetzt wird, nimmt pro Flugzeug zusätzliche Zeit in Anspruch und führt zu Verzögerungen im eng getakteten Zeitplan des größten deutschen Drehkreuzes. Experten weisen darauf hin, dass bei starkem Schneefall die Kapazität der Bahnen reduziert werden muss, da diese in regelmäßigen Abständen für Räumungsarbeiten gesperrt werden. Passagiere werden gebeten, sich vor der Anreise zum Flughafen über den aktuellen Status ihres Fluges auf den digitalen Informationskanälen der jeweiligen Fluggesellschaften zu informieren.
Zusätzlich zu den wetterbedingten Herausforderungen am Boden wirkt sich die Wetterlage auch auf den europäischen Luftraum aus. Die europäische Flugsicherung Eurocontrol meldet für den heutigen Tag erhöhte Verspätungswerte in verschiedenen Sektoren, da Sicherheitsabstände aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse vergrößert werden mussten. Am Frankfurter Flughafen führt dies dazu, dass ankommende Maschinen teilweise Warteschleifen fliegen müssen, bevor sie eine Landegenehmigung erhalten. Die Bodenverkehrsdienste koordinieren die Abfertigung in enger Absprache mit der Deutschen Flugsicherung (DFS), um die Auswirkungen auf den internationalen Transitverkehr so gering wie möglich zu halten.
Neben den Annullierungen kommt es auch bei der Gepäckabfertigung und den Bodenabläufen zu witterungsbedingten Verzögerungen. Das Personal auf dem Vorfeld arbeitet unter erschwerten Bedingungen, was die Turnaround-Zeiten der Flugzeuge verlängert. Die Fraport AG hält für solche Fälle einen umfangreichen Fuhrpark bereit, der aus speziellen Kehrblasgeräten und Schneepflügen besteht. Dennoch bleibt der Flugplan für den restlichen Donnerstag anfällig für kurzfristige Änderungen, insbesondere falls die Intensität der Niederschläge erneut zunehmen sollte. Die Airlines versuchen derzeit, betroffene Passagiere auf spätere Flüge oder die Bahn umzubuchen, sofern Kapazitäten verfügbar sind.