Die US-Großfluggesellschaft American Airlines hat eine wegweisende Entscheidung für die künftige technische Ausstattung ihrer Mittelstreckenflotte getroffen. Das Unternehmen wählte das Konsortium CFM International als exklusiven Triebwerkslieferanten für die kommenden Lieferchargen des Typs Airbus A321neo aus.
Zum Einsatz kommt dabei das moderne Leap-1A-Triebwerk, das vom Gemeinschaftsunternehmen der Hersteller GE Aerospace und Safran produziert wird. Mit diesem Schritt setzt die Fluggesellschaft eine bestehende technische Linie fort, da auch die bereits im aktiven Dienst befindlichen Flugzeuge dieses Typs innerhalb der Flotte mit Antrieben der Leap-Serie ausgestattet sind. Die Entscheidung sichert American Airlines eine hohe Konsistenz in der Wartung und im Ersatzteilmanagement.
Die Wahl des Triebwerkstyps ist eng mit der massiven Flottenerneuerung verknüpft, die American Airlines im März 2024 durch eine der größten Flugzeugbestellungen der Branche eingeleitet hat. Der Konzern orderte insgesamt 260 neue Schmalrumpfflugzeuge, darunter 85 Maschinen vom Typ Airbus A321neo. Durch die Festlegung auf das Leap-1A-Triebwerk profitiert die Airline von Skaleneffekten bei der Instandhaltung und Ausbildung des technischen Personals. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die Triebwerke eine gesteigerte Betriebszuverlässigkeit gegenüber Konkurrenzmodellen aufweisen sollen, was insbesondere für den intensiven Betrieb an den US-Drehkreuzen wie Dallas/Fort Worth oder Charlotte von entscheidender Bedeutung ist.
Neben der reinen Hardware-Beschaffung umfasst die Vereinbarung mit CFM International langfristige Service- und Wartungsverträge. Diese sogenannten Rate-per-Flight-Hour-Verträge ermöglichen der Fluggesellschaft eine präzise Kalkulation der Betriebskosten über den gesamten Lebenszyklus der Antriebe. Das Leap-1A-Triebwerk zeichnet sich durch fortschrittliche Materialien wie Keramik-Verbundwerkstoffe und im 3D-Druckverfahren hergestellte Komponenten aus, die eine höhere Hitzebeständigkeit und Effizienz im Vergleich zu Vorgängermodellen gewährleisten. Die Auslieferungen der neu bestellten Flugzeuge und der zugehörigen Triebwerke sollen in den kommenden Jahren schrittweise erfolgen, um die Kapazitäten im Inlands- und Kurzstreckenverkehr weiter zu erhöhen.
Die strategische Partnerschaft zwischen American Airlines und CFM International unterstreicht zudem die Marktstellung des Triebwerksherstellers im Wettbewerb mit Pratt & Whitney. Während letzterer Hersteller zuletzt mit technischen Herausforderungen bei seinem Getriebefan-Triebwerk konfrontiert war, festigt CFM durch Großaufträge wie diesen seinen Marktanteil bei der Airbus A320neo-Familie. Für American Airlines bedeutet die Entscheidung vor allem operative Sicherheit: Die Nutzung eines einheitlichen Triebwerkstyps für die gesamte A321neo-Teilflotte minimiert Komplexitätsrisiken im täglichen Flugbetrieb und optimiert die Logistikketten für Triebwerkskomponenten an den Wartungsstandorten der Airline.