Iberer Kalathos aus Ton (Foto: Museu d´Arqueologia de Catalunya).
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Archäologische Schätze der Iberer erstmals in Österreich zu sehen

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Das MAMUZ Museum Mistelbach präsentiert ab dem 14. März 2026 die umfassende Ausstellung „Die geheimnisvolle Welt der Iberer“. In einer großangelegten Kooperation mit dem Museu d’Arqueologia de Catalunya und dem Antikenmuseum Basel werden rund 300 Originalexponate gezeigt, die die antike Kultur der Iberischen Halbinsel beleuchten.

Die Schau konzentriert sich auf die Zeitspanne vom 6. bis zum 1. Jahrhundert vor Christus und markiert die erste wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Thematik im österreichischen Museumsraum. Die Exponate dokumentieren die gesellschaftliche Struktur, das Handwerk und die religiösen Riten einer Zivilisation, die maßgeblich durch den Handel im Mittelmeerraum geprägt wurde.

Im Zentrum der Ausstellung stehen bedeutende Fundkomplexe wie der Silberschatz von Tivissa, der als einer der wertvollsten Belege iberischer Metallkunst gilt. Neben kunstvoll verzierten Bechern und Schalen geben Votivstatuetten aus Bronze Einblick in die Glaubenswelt der Adoranten und Krieger. Besondere Aufmerksamkeit widmet die Schau der sozialen Rolle der Frau und der Kriegerkultur. Dies wird unter anderem durch detailgetreue Repliken berühmter Skulpturen wie der „Dama de Elche“ sowie durch archäologische Befunde zur Bestattungskultur verdeutlicht. Letztere umfasst auch makabere Funde wie Schädel mit eingeschlagenen Nägeln, die auf spezifische rituelle Praktiken der Eisenzeit hindeuten.

Die Iberer waren bekannt für ihre technologische Versiertheit, insbesondere in der Eisenverarbeitung und der Herstellung von Keramik. Die Ausstellung illustriert die Entwicklung von der eigenständigen Stammeskultur bis hin zur schrittweisen Integration in das Römische Reich nach den Punischen Kriegen. Historische Quellen belegen, dass die Iberer als geschätzte Söldner in den antiken Großkonflikten dienten und über ein komplexes Schriftsystem verfügten, das bis heute nicht vollständig entziffert ist. Die Besucher erhalten durch die gezeigten Inschriften und Münzprägungen einen direkten Zugang zu dieser weitgehend unbekannten schriftlichen Überlieferung.

Ergänzt wird die historische Darstellung durch ein pädagogisches Konzept, das vor allem auf haptische Erfahrungen setzt. Verschiedene Stationen ermöglichen die Rekonstruktion von Keramikfragmenten und die manuelle Prägung von Münzen nach antikem Vorbild. Durch die Einbindung der Spanischen Botschaft in Wien unterstreicht das Projekt zudem die kulturelle Vernetzung zwischen Mitteleuropa und der Iberischen Halbinsel. Die Exponate bleiben bis zum 29. November 2026 in Mistelbach zugänglich und bieten somit über mehrere Monate hinweg eine fundierte Auseinandersetzung mit der Geschichte des vorrömischen Spaniens.

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