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Wendung im US-Sicherheitsstreit: TSA setzt PreCheck-Programm trotz drohender Budgetkürzungen vorerst fort

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Inmitten einer politisch und meteorologisch angespannten Lage in den Vereinigten Staaten hat die Transportsicherheitsbehörde TSA am 22. Februar 2026 klargestellt, dass das beliebte PreCheck-Programm für beschleunigte Sicherheitskontrollen entgegen vorheriger Ankündigungen des Heimatschutzministeriums vorerst in Betrieb bleibt. Diese Entscheidung markiert eine kurzfristige Kehrtwende, nachdem das Ministerium für Innere Sicherheit (DHS) zuvor eine Aussetzung des Dienstes aufgrund des seit Mitte Februar anhaltenden teilweisen Regierungsstillstands in Aussicht gestellt hatte.

Während die Behördenleitung betont, dass die Sicherheit an den Flughäfen oberste Priorität behält und keine Kompromisse bei der Kontrolle eingegangen werden, wächst die Verunsicherung unter den rund 20 Millionen Teilnehmern des Programms. Die personelle Belastung der ohne Bezahlung arbeitenden Sicherheitsbeamten führt bereits zu ersten Anpassungen im operativen Ablauf, wie der Streichung von Begleitdiensten für Würdenträger. Verschärft wird die Situation durch einen schweren Wintersturm an der Ostküste, der den Flugverkehr zusätzlich massiv beeinträchtigt und die logistischen Kapazitäten der Flughäfen an ihre Grenzen treibt.

Haushaltsstreit und die Folgen für das Sicherheitspersonal

Der Ursprung der aktuellen Krise liegt im Kongress der Vereinigten Staaten, wo eine Einigung über die Finanzierung des Heimatschutzministeriums am 14. Februar 2026 scheiterte. Seitdem befindet sich das DHS und damit auch die untergeordnete TSA in einem teilweisen Shutdown. Für die tausenden Mitarbeiter an den Kontrollpunkten der US-Flughäfen bedeutet dies, dass sie ihren Dienst zwar als systemrelevantes Personal fortsetzen müssen, die Auszahlung ihrer Gehälter jedoch bis auf Weiteres ausgesetzt ist.

Heimatschutzministerin Kristi Noem warnte in einer offiziellen Stellungnahme eindringlich vor den Konsequenzen dieser Entwicklung. Ein Regierungsstillstand habe reale Auswirkungen, die weit über die finanzielle Belastung der Mitarbeiter und ihrer Familien hinausgingen. Sie betonte, dass die nationale Sicherheit gefährdet sei, wenn die personellen Ressourcen über einen längeren Zeitraum ohne gesicherte Finanzierung beansprucht werden. Um den Fokus auf die Kernaufgabe – die Passagierkontrolle – zu richten, wurden bereits Notfallmaßnahmen ergriffen. Dazu gehört unter anderem die Streichung von Höflichkeitsbegleitungen für Kongressabgeordnete, um das knappe Personal direkt an den Röntgengeräten und Metalldetektoren einzusetzen.

Kritik aus der Luftfahrtbranche an kurzfristiger Kommunikation

Die anfängliche Nachricht über eine mögliche Aussetzung von TSA PreCheck löste in der Luftfahrtindustrie heftige Reaktionen aus. Der Branchenverband Airlines for America, der die großen US-Fluggesellschaften vertritt, kritisierte insbesondere den Zeitpunkt und die Kurzfristigkeit der Kommunikation. Reisende hätten kaum Zeit gehabt, ihre Pläne an die potenziell deutlich längeren Wartezeiten in den Standard-Sicherheitsbereichen anzupassen. PreCheck-Teilnehmer genießen den Vorteil, dass sie bestimmte Sicherheitsauflagen, wie das Ausziehen von Schuhen oder das Auspacken von Laptops, überspringen können, was den Durchfluss an den Kontrollstellen erheblich beschleunigt.

Obwohl die TSA nun versichert, dass das Programm „bis auf Weiteres“ operativ bleibt, bleibt ein Restrisiko für die Fluggäste bestehen. Die Behörde teilte mit, dass man die Personalsituation an jedem Standort individuell bewerten werde. Sollten die personellen Engpässe an einzelnen Flughäfen zu groß werden, behält sich die TSA vor, operative Anpassungen fallweise vorzunehmen. Dies bedeutet für Reisende, dass sie sich trotz eines gültigen PreCheck-Status nicht blind auf die gewohnte Geschwindigkeit verlassen können.

Einschränkungen bei internationalen Einreiseprogrammen

Während der nationale PreCheck-Dienst vorerst gerettet scheint, sieht es bei internationalen Programmen anders aus. Die Bearbeitung von Global Entry-Anträgen sowie die beschleunigte Abfertigung an den teilnehmenden Flughäfen wurden bereits weitgehend suspendiert. Das dort eingesetzte Personal wurde abgezogen, um die allgemeinen Einreisekontrollen für US-Bürger und Besucher zu unterstützen. Inhaber eines Global Entry-Status müssen daher auf die regulären Kontrollspuren ausweichen, was insbesondere an großen internationalen Drehkreuzen zu erheblichen Verzögerungen führt.

Diese Umverteilung von Ressourcen ist ein direktes Resultat der Priorisierung innerhalb des Heimatschutzministeriums. Da die Grenzsicherung und die Abfertigung ankommender Passagiere gesetzlich vorgeschrieben sind, werden spezialisierte Komfortdienste zuerst gestrichen, um den Basisbetrieb aufrechtzuerhalten. Für die betroffenen Passagiere bedeutet dies einen herben Verlust an Reisekomfort, für den sie oft erhebliche Gebühren im Voraus entrichtet haben.

Doppelbelastung durch extremes Winterwetter

Die ohnehin prekäre Lage durch den Shutdown wird durch meteorologische Extremereignisse an der US-Ostküste weiter verschärft. Ein massiver Wintersturm, der die Region bis Montag fest im Griff hat, hat den Flugbetrieb bereits weitgehend zum Erliegen gebracht. An zentralen Flughäfen wie dem John F. Kennedy International Airport (JFK), LaGuardia (LGA) und Boston Logan (BOS) wurden laut aktuellen Daten neun von zehn Flügen gestrichen.

Die Kombination aus gestrichenen Flügen und Personalmangel bei der TSA schafft eine hochexplosive Mischung für das Krisenmanagement. Passagiere, deren Flüge trotz des Sturms stattfinden, treffen auf ausgedünntes Sicherheitspersonal, während die Flughafeninfrastruktur selbst mit den Schneemassen kämpft. Experten weisen darauf hin, dass die Erholung des Flugplans nach dem Sturm aufgrund der unbezahlten TSA-Arbeiter länger dauern könnte als gewöhnlich, da Krankmeldungen aus finanzieller Not oder Frustration bei Sicherheitsmitarbeitern während eines Shutdowns historisch gesehen zunehmen.

Ausblick auf die politische Lösung und operative Sicherheit

Die TSA betonte wiederholt, dass trotz aller operativen Anpassungen die Sicherheit der Passagiere niemals kompromittiert werde. Wenn die Kontrollschlangen zu lang werden, ist die logische Folge eher eine Verzögerung des Flugbetriebs als eine Aufweichung der Sicherheitsstandards. Das Ministerium für Innere Sicherheit steht unter massivem Druck, eine Lösung im Haushaltsstreit herbeizuführen, um die volle Funktionsfähigkeit des Luftverkehrssystems wiederherzustellen.

In der Zwischenzeit bleibt den Reisenden nur die Empfehlung, sich vor jedem Flugantritt über den aktuellen Status der Sicherheitskontrollen und die Wetterlage zu informieren. Die kurzfristige Rettung von PreCheck ist zwar ein positiver Impuls für die Branche, doch die fundamentale Unsicherheit über die Finanzierung der Sicherheitskräfte bleibt ein dunkler Schatten über dem US-Luftraum. Solange der Kongress keine dauerhafte Lösung präsentiert, müssen Passagiere weiterhin mit spontanen Änderungen und operativen Einschränkungen rechnen.

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