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Haftstrafe für Geschäftsführer im Skandal um gefälschte Triebwerksteile

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Das britische Serious Fraud Office (SFO) hat das Strafmaß für den Geschäftsführer der Firma AOG Technics, Jose Z., bekannt gegeben. Der 38-Jährige wurde vom Southwark Crown Court zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und acht Monaten verurteilt.

Vorausgegangen war ein Schuldspruch im Dezember 2025, nachdem der Angeklagte gestanden hatte, Dokumente über die Herkunft und den Zustand von Flugzeugersatzteilen systematisch gefälscht zu haben. Der Betrugsfall, der im Sommer 2023 die internationale Luftfahrtbranche erschütterte, betraf vor allem Komponenten für die weit verbreiteten Triebwerkstypen CFM56 und CF6. Diese Motoren treiben weltweit hunderte Verkehrsflugzeuge der Baureihen Airbus A320 und Boeing 737 sowie Langstreckenmaschinen wie den Airbus A330 an.

Die Ermittlungen ergaben, dass AOG Technics zwischen 2019 und 2023 einen Umsatz von rund 7,7 Millionen britischen Pfund erzielte, wobei schätzungsweise 90 Prozent dieser Einnahmen auf betrügerischen Handlungen basierten. Um den Anschein eines etablierten und seriösen Unternehmens zu erwecken, schuf der Verurteilte ein komplexes Geflecht aus fiktiven Mitarbeitern. Kunden erhielten Korrespondenz von vermeintlichen Qualitätsmanagern und Vertriebsexperten, die in der Realität nicht existierten. Durch diese Täuschung gelang es der kleinen Firma, unzertifizierte Bauteile wie Buchsen und Verbindungsstücke mit gefälschten Lufttüchtigkeitsbescheinigungen weltweit in die Lieferketten großer Fluggesellschaften und Wartungsbetriebe einzuschleusen.

Die Entdeckung des Skandals löste eine globale Suchaktion nach den betroffenen Bauteilen aus. Da die Sicherheit der Triebwerke direkt von der Materialqualität und der lückenlosen Dokumentation abhängt, mussten zahlreiche Flugzeuge vorübergehend aus dem Betrieb genommen werden, um die dubiosen Komponenten zu identifizieren und auszutauschen. Betroffen waren unter anderem namhafte Airlines in Europa und den USA. Die britischen Behörden betonten nach der Urteilsverkündung, dass die Manipulation von Sicherheitszertifikaten im Luftfahrtsektor ein erhebliches kriminelles Risiko darstellt, weshalb das Verfahren mit hoher Priorität geführt wurde. Der Geschäftsführer entging einer noch höheren Strafe von bis zu zehn Jahren Haft nur durch sein umfassendes Geständnis vor Gericht.

Luftfahrtbehörden wie die EASA und die FAA haben infolge dieses Falls ihre Kontrollmechanismen für Drittanbieter von Ersatzteilen verschärft. Der Skandal legte Schwachstellen in der Rückverfolgbarkeit von Bauteilen offen, die über Zwischenhändler ohne direkte Zulassung der Originalhersteller bezogen werden. Triebwerksbauer wie CFM International, ein Joint Venture von GE Aerospace und Safran, mussten eng mit den Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten, um die Integrität der Flotten wiederherzustellen. Das Urteil gegen Jose Z. gilt nun als wegweisendes Signal an den Markt, dass Verstöße gegen die strengen Zertifizierungsvorschriften der zivilen Luftfahrt konsequent strafrechtlich verfolgt werden.

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