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Ausbildungsoffensive beim Bundesheer: Rekordzahl an neuen Wachtmeistern in Enns

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Das Österreichische Bundesheer hat am Freitag, den 27. Februar 2026, am traditionsreichen „Tag der Wachtmeister“ in Enns insgesamt 473 neue Unteroffiziere offiziell in den Dienst übernommen.

Der Festakt an der Heeresunteroffiziersakademie (HUAk) markiert den erfolgreichen Abschluss der neunten Kaderanwärterausbildung und unterstreicht eine deutliche Aufwärtstendenz bei den personellen Kapazitäten der Streitkräfte. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Absolventenzahlen bei den Berufsunteroffizieren um zehn Prozent und bei den Miliz-Unteroffizieren um sechs Prozent. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner sowie Generalstabschef General Rudolf Striedinger betonten im Rahmen der Feierlichkeiten die zentrale Rolle des Unteroffizierskorps als „Rückgrat der Truppe“ für die nationale Sicherheitsarchitektur.

Die 18-monatige Ausbildung bereitet die jungen Wachtmeister auf ihre künftigen Aufgaben als Gruppenkommandanten vor, wobei sie sowohl in der Ausbildung von Rekruten als auch in Inlandseinsätzen und internationalen Missionen Führungsverantwortung übernehmen. Von den 473 Absolventen entfallen 371 auf das Berufskader und 102 auf die Miliz. Regional betrachtet stellt Niederösterreich mit 131 neuen Unteroffizieren das stärkste Kontingent, gefolgt von der Steiermark und Salzburg. Als Jahrgangsbester wurde Wachtmeister Heinrich Piaty vom Jägerbataillon 17 ausgezeichnet, der für seine herausragenden Leistungen mit dem goldenen Akademie-Ring geehrt wurde. Die Ausbildung umfasst neben militärischer Führung und Taktik auch umfangreiche pädagogische und rechtliche Lehrinhalte.

Der Abschlussjahrgang wählte den historischen Namen „Zugsführer Kaspar Wallnöfer“ als Referenz an einen hochdekorierten Tiroler Soldaten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Wallnöfer war Träger der Goldenen Tapferkeitsmedaille und diente unter anderem bei den Tiroler Kaiserjägern sowie den Standschützen. Diese Traditionspflege ist fester Bestandteil der Ausbildung an der Heeresunteroffiziersakademie, die seit ihrer Gründung im Jahr 1959 als zentrale Kaderschmiede für die mittlere Führungsebene des Bundesheeres fungiert. Ein weiterer Höhepunkt des Festaktes war die Ehrung der Österreichischen Unteroffiziersgesellschaft, der anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens ein Fahnenband als Anerkennung für die langjährige Partnerschaft überreicht wurde.

Die steigenden Erfolgsquoten werden im Verteidigungsministerium als Beleg für die Wirksamkeit der Strukturreform „Mission Vorwärts“ gewertet. Angesichts der veränderten geopolitischen Sicherheitslage in Europa investiert Österreich verstärkt in die Personalgewinnung und die Modernisierung der Ausbildungsinfrastruktur. Ziel ist es, die Einsatzbereitschaft der Verbände durch gut ausgebildetes Führungspersonal nachhaltig zu sichern. Die neuen Wachtmeister treten ihren Dienst in einer Phase an, in der das Bundesheer durch das deutlich erhöhte Verteidigungsbudget der kommenden Jahre massiv in neues Gerät und verbesserte Kasernenanlagen investiert, um den Anforderungen an eine moderne Landesverteidigung gerecht zu werden.

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