Die Ferienfluggesellschaft Corendon Airlines hat ihre strategische Planung für die Sommersaison 2026 vorgestellt und setzt dabei auf ein signifikantes Wachstum in ihren europäischen Kernmärkten. Mit einer Flotte von insgesamt 35 Flugzeugen innerhalb der Unternehmensgruppe plant der Carrier, seine Marktanteile insbesondere in Deutschland, Österreich und Polen massiv auszubauen.
Während die Türkei mit der Hälfte der Gesamtkapazität das wichtigste Standbein bleibt, verzeichnen andere Zielgebiete überproportionale Zuwachsraten. So steigen die Flugfrequenzen nach Spanien um mehr als ein Viertel, während das Ganzjahresziel Ägypten ein Plus von rund 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aufweist. Auch Griechenland bleibt mit einem Wachstum von 12 Prozent, primär getrieben durch die Nachfrage nach Heraklion auf Kreta, eine zentrale Säule im Flugplan.
In der Bundesrepublik Deutschland festigt Corendon seine operative Struktur durch die Beibehaltung von vier festen Basen an den Standorten Köln/Bonn, Düsseldorf, Hannover und Nürnberg. Insgesamt sollen im Sommer 2026 zehn Maschinen fest an diesen Flughäfen stationiert werden, was einer Kapazitätserhöhung von etwa 20 Prozent entspricht. Ein ungewöhnlicher Marketing-Akzent wird dabei am Standort Nordrhein-Westfalen gesetzt: Auf Flügen ab Düsseldorf und Köln kooperiert die Airline mit der Gastronomiekette von Lukas Podolski und bietet deren Lahmacun-Produkte im Bordverkauf an. In Österreich wird mit einem Zuwachs von rund 30 Prozent sogar eine noch stärkere Wachstumsdynamik angestrebt, wobei hier der Fokus ebenfalls auf der Türkei und klassischen Mittelmeerzielen liegt.
Über den deutschsprachigen Raum hinaus entwickelt sich Polen zu einem strategischen Schwerpunkt für die kommenden Jahre. Corendon plant für den Sommer 2026 nahezu eine Verdopplung des dortigen Flugangebots ab Warschau und Kattowitz. Ab November 2026 wird das Streckennetz zudem um Direktverbindungen nach Hurghada erweitert. Langfristig untermauert die Fluggesellschaft ihre Ambitionen in Osteuropa durch den geplanten Aufbau einer eigenen operativen Basis in Polen ab dem Jahr 2027. Im Vereinigten Königreich konzentriert sich die Airline hingegen auf die Erhöhung der Frequenzen zu bestehenden Destinationen wie Antalya und Heraklion, unterstützt durch regionale Sport-Sponsoring-Partnerschaften.
Die Corendon-Gruppe, die neben den drei Flugbetrieben in der Türkei, Malta und den Niederlanden auch ein umfangreiches Hotelportfolio in Amsterdam, der Türkei und auf Curaçao unterhält, setzt damit ihren Kurs der vertikalen Integration fort. Trotz der Expansionspläne in der DACH-Region gibt es lokale Einschränkungen: Am Flughafen Basel-Mülhausen werden im Frühjahr 2026 umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Start- und Landebahn durchgeführt, was die Flugplanung für den Schweizer Markt vorübergehend stabilisiert, statt sie wachsen zu lassen. Insgesamt zielt die Strategie unter Vertriebschef Christian Hein darauf ab, die wirtschaftliche Stabilität durch eine Diversifizierung der Quellmärkte und eine enge Anbindung an den stationären Reisevertrieb zu sichern.