Die Integration der italienischen Fluggesellschaft ITA Airways in den Lufthansa-Konzern schreitet zügig voran. Wie Lufthansa-Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr am Freitag in Frankfurt am Main bekannt gab, wird der Beitritt des italienischen Carriers zum globalen Luftfahrtbündnis Star Alliance voraussichtlich noch im Laufe des März 2026 vollzogen. Damit verlässt ITA Airways das Konkurrenzbündnis SkyTeam, dem die Vorgängergesellschaft Alitalia angehörte. Die Einbindung in die Star Alliance ermöglicht es Passagieren der italienischen Airline, von aufeinander abgestimmten Flugplänen und einem weltweiten Netzwerk von Partnergesellschaften zu profitieren, was insbesondere die Drehkreuze Rom-Fiumicino und Mailand-Linate für Transitpassagiere attraktiver macht.
Parallel zum Allianzbeitritt erfolgt eine enge operative Verzahnung mit den Systemen der Lufthansa. Die italienische Fluggesellschaft wird an das Vielfliegerprogramm Miles & More angebunden, was die gegenseitige Anerkennung von Statusvorteilen und das Sammeln sowie Einlösen von Prämienmeilen auf allen Strecken der Konzerngruppe ermöglicht. Diese Maßnahme gilt in der Branche als entscheidender Schritt, um Geschäftskunden langfristig an die neue Konzernstruktur zu binden. Branchenanalysten werten die schnelle IT-seitige Integration als Beleg für die hohe Priorität, die Lufthansa der Stabilisierung des italienischen Marktes beimisst, der nach den USA und Deutschland der drittwichtigste Absatzmarkt für den Konzern ist.
Hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse steht im Frühsommer 2026 eine wegweisende Entscheidung an. Der Lufthansa-Konzern, der aktuell 49 Prozent der Anteile an ITA Airways hält, beabsichtigt, seine Beteiligung im Juni auf 90 Prozent aufzustocken. Carsten Spohr äußerte sich positiv über die bisherige Entwicklung der Zusammenarbeit und betonte die gute operative Performance der Airline. Die vollständige Übernahme ist an die Erfüllung bestimmter wirtschaftlicher Kennzahlen gekoppelt, die nach aktuellen Einschätzungen der Konzernleitung erreicht werden. Italienische Regierungskreise signalisierten bereits Unterstützung für den Ausbau der Partnerschaft, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der nationalen Luftfahrt zu sichern.
Die Übernahme von ITA Airways ist Teil einer umfassenderen Konsolidierungsstrategie der Lufthansa in Europa. Durch die Kontrolle über das italienische Drehkreuz Rom stärkt der Konzern seine Präsenz im Mittelmeerraum und verbessert seine Position auf Langstreckenrouten nach Südamerika und Afrika. Experten weisen darauf hin, dass die Integration von ITA Airways auch logistische Synergien im Frachtbereich und bei der Wartung durch Lufthansa Technik verspricht. Während die operative Zusammenführung planmäßig verläuft, bleibt die Optimierung der Flottenstruktur und der Personalkapazitäten ein zentrales Thema für die kommenden Monate, um die Profitabilität der italienischen Tochtergesellschaft dauerhaft zu steigern.