Die Flughafen Wien Gruppe blickt auf einen operativ erfolgreichen Februar 2026 zurück. Mit einem Zuwachs von 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte die Gruppe, bestehend aus dem Heimatstandort Wien sowie den Beteiligungen in Malta und Kosice, insgesamt 2.644.359 Passagiere abfertigen. Während der Standort Wien ein moderates Wachstum verzeichnete, fungierten die ausländischen Standorte als dynamische Wachstumstreiber.
Besonders hervorzuheben ist dabei die Entwicklung am Flughafen Kosice, der mit einem Passagierplus von über 37 Prozent ein außergewöhnliches Ergebnis erzielte. Auch der Malta Airport konnte mit einer zweistelligen Zuwachsrate signifikant zum Gesamtergebnis beitragen. Trotz der seit Ende Februar bestehenden Einschränkungen im Luftraum über dem Nahen Osten blieben die Auswirkungen auf die Verkehrsstatistik des Berichtsmonats marginal. Die kumulierten Zahlen für die ersten beiden Monate des Jahres bestätigen den positiven Trend mit einem konzernweiten Passagierplus von 5,4 Prozent. Neben dem Personenverkehr entwickelte sich auch das Frachtgeschäft stabil, wobei insbesondere in Wien ein deutliches Plus beim Cargo-Aufkommen registriert wurde.
Stabilität am Standort Wien durch Transitverkehr
Am Flughafen Wien-Schwechat wurden im Februar 1.933.586 Reisende gezählt, was einer Steigerung von 1,7 Prozent entspricht. Bei genauerer Betrachtung der Daten zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild der Passagierströme. Während die Zahl der Lokalpassagiere mit 1.568.911 Personen nahezu stagnierte (+0,1 Prozent) und das Transferaufkommen sogar leicht um 0,4 Prozent auf 324.872 Reisende zurückging, resultiert das Gesamtwachstum maßgeblich aus dem Bereich der Transitpassagiere. Dieser Effekt ist primär auf technische Zwischenlandungen zurückzuführen. So nutzt unter anderem Air India den Standort Wien verstärkt für Tankstopps auf ihren Langstreckenverbindungen. Da die Passagiere bei diesen Aufenthalten im Flugzeug verbleiben, werden sie statistisch als Transitreisende erfasst und stützen so das Wiener Verkehrsergebnis.
In der operativen Abwicklung zeigte sich eine gesteigerte Effizienz. Trotz des leichten Passagierplus nahm die Zahl der Flugbewegungen in Wien um 1,9 Prozent auf 14.694 Starts und Landungen ab. Dass dennoch mehr Menschen befördert wurden, liegt an der verbesserten Auslastung der Maschinen: Der Sitzladefaktor stieg um 2,3 Prozentpunkte auf beachtliche 78,1 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass die Fluggesellschaften ihre Kapazitäten präziser an die tatsächliche Nachfrage anpassen und vermehrt größeres Fluggerät einsetzen, was sich auch im Anstieg des maximalen Abfluggewichts (MTOW) um 3,5 Prozent widerspiegelt.
Starke Dynamik an den internationalen Beteiligungsstandorten
Abseits des Wiener Kernmarktes präsentierte sich die Flughafen-Wien-Gruppe im Februar besonders wachstumsstark. Der Malta Airport verzeichnete einen Anstieg der Passagierzahlen um 17,4 Prozent auf 658.328 Reisende. Nahezu alle dort abgefertigten Fluggäste waren Lokalpassagiere, was die Attraktivität der Mittelmeerinsel als Reiseziel in der frühen Vorsaison unterstreicht. Parallel dazu stieg die Anzahl der Flugbewegungen in Malta um 12,1 Prozent, während das Frachtaufkommen leicht rückläufig war.
Noch deutlicher fiel das Wachstum am Flughafen Kosice in der Slowakei aus. Mit 52.445 Passagieren im Februar lag das Aufkommen um 37,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Dieser massive Zuwachs wird durch eine verbesserte Anbindung an internationale Drehkreuze sowie eine steigende Nachfrage im regionalen Reiseverkehr getrieben. Auch das maximale Abfluggewicht legte in Kosice um mehr als ein Viertel zu, was die zunehmende Bedeutung des Standorts für die regionale Infrastruktur unterstreicht.
Regionale Trends und Fernverkehrsmärkte
Die Analyse der Zielgebiete ab Wien zeigt im Februar 2026 heterogene Entwicklungen. Der Verkehr nach Westeuropa blieb mit 640.711 Reisenden stabil (+0,2 Prozent). Deutliche Einbußen waren hingegen im Verkehr mit Osteuropa zu verzeichnen, wo die Passagierzahlen um 9,0 Prozent auf 126.899 sanken. Hier wirken sich weiterhin geopolitische Spannungen und veränderte Flugrouten aus.
Hervorragend entwickelten sich hingegen die Fernreisemärkte. Besonders Nordamerika stach mit einem Zuwachs von 12,0 Prozent auf 19.107 Passagiere hervor. Auch die Verbindungen in den Fernen Osten waren mit 57.497 Reisenden (+10,5 Prozent) sehr gefragt, was die fortschreitende Erholung der Geschäfts- und Urlaubsreisen in den asiatischen Raum dokumentiert. Der Nahe und Mittlere Osten verzeichnete mit 67.331 Passagieren einen leichten Rückgang von 1,5 Prozent, was bereits erste Vorboten der regionalen Unsicherheiten sein könnten. Afrika hingegen legte moderat um 4,6 Prozent auf knapp 30.000 Passagiere zu.
Wachstumstreiber Luftfracht und Ausblick
Ein wesentliches Standbein der positiven Bilanz bildet das Frachtgeschäft am Standort Wien. Mit 24.705 Tonnen im Februar stieg das Cargo-Aufkommen um 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den ersten beiden Monaten des Jahres summierte sich das Frachtvolumen bereits auf 47.384 Tonnen (+5,8 Prozent). Wien festigt damit seine Position als wichtiges Logistik-Hub für Zentral- und Osteuropa, wobei das Wachstum sowohl die Exporttätigkeit der regionalen Wirtschaft als auch den zunehmenden E-Commerce-Verkehr widerspiegelt.
Für den weiteren Verlauf des ersten Quartals 2026 bleibt die Flughafen-Wien-Gruppe optimistisch, wenngleich die politischen Entwicklungen im Nahen Osten genau beobachtet werden müssen. Da die Einschränkungen erst Ende Februar wirksam wurden, werden die potenziellen Auswirkungen auf die Flugpläne erst in der März-Statistik vollumfänglich sichtbar sein. Dennoch bildet das starke Fundament aus den ersten beiden Monaten, mit einem kumulierten Plus von 5,4 Prozent in der gesamten Gruppe, eine solide Basis für das laufende Geschäftsjahr. Die Strategie der Diversifikation über verschiedene Standorte und Geschäftsfelder scheint sich auch in einem volatilen Umfeld zu bewähren.