Die Schienenanbindung des Münchner Flughafens ist aufgrund umfangreicher Modernisierungsmaßnahmen an der Signaltechnik zeitweise vollständig unterbrochen. Ab Freitag, den 20. März 2026, ruht der Betrieb für Regionalzüge und S-Bahnen im Bereich des Terminals, um den Bau eines neuen elektronischen Stellwerks voranzutreiben.
Diese technische Erneuerung ist notwendig, da das bestehende Relaisstellwerk als veraltet und zunehmend störungsanfällig gilt. Ziel der Deutschen Bahn ist es, durch die Umstellung auf digitale Steuerungssysteme die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Züge zum zweitgrößten deutschen Luftverkehrsdrehkreuz langfristig zu erhöhen. Die aktuelle Sperrung dauert bis Montagmorgen, den 23. März, um 5.00 Uhr an.
Für Fluggäste und Pendler bedeutet dies eine erhebliche Verlängerung der Reisezeit, da ein Schienenersatzverkehr mit Autobussen eingerichtet wurde. Die Ersatzbusse verkehren für die S-Bahn-Linie S1 zwischen Neufahrn und dem Flughafen, während für die Linie S8 ein Pendelverkehr ab Ismaning eingerichtet ist. Fahrgäste der Regionalzüge aus Richtung Regensburg oder Passau müssen bereits in Freising auf Busse umsteigen. Zusätzliche Recherchen im Fahrplanumfeld zeigen, dass auch der Lufthansa Express Bus seine Kapazitäten am Wochenende aufgestockt hat, um die fehlenden Schienenkapazitäten teilweise abzufangen. Reisende werden dringend gebeten, mindestens 60 bis 90 Minuten mehr Zeit für die Anreise zum Check-in einzuplanen, da auch auf den Zufahrtsstraßen mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen ist.
Eine zweite Phase der Bauarbeiten ist für die Woche nach Ostern angekündigt. Von Montagabend, dem 13. April, bis Freitagmorgen, dem 17. April 2026, wird die Strecke erneut für den gesamten Zugverkehr gesperrt. Damit liegt das Zeitfenster der Hauptarbeiten außerhalb der bayerischen Osterferien, was eine Entlastung für den Ferienreiseverkehr bedeutet. Laut internen Projektplänen der DB Netz AG umfasst der Ausbau nicht nur die Softwareumstellung, sondern auch die Erneuerung zahlreicher Weichenantriebe und Signale im direkten Flughafenbereich. Diese Maßnahmen sind Teil des größeren Ausbauprogramms „Bahnausbau Region München“, welches die Schieneninfrastruktur fit für das prognostizierte Passagierwachstum der kommenden Jahre machen soll.
Die Kosten für das neue elektronische Stellwerk belaufen sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag und werden durch Bundesmittel sowie Eigenmittel der Bahn finanziert. Während der Sperrpausen arbeiten spezialisierte Montagetrupps im Schichtbetrieb, um die Abnahme der neuen Anlagen durch das Eisenbahn-Bundesamt termingerecht zu ermöglichen. Kritiker weisen darauf hin, dass die einseitige Anbindung des Flughafens über die Linien S1 und S8 bei solchen Bauarbeiten stets zu logistischen Engpässen führt. Erst mit der geplanten Fertigstellung des Erdinger Ringschlusses und der zweiten Stammstrecke wird in Zukunft eine höhere Flexibilität bei infrastrukturbedingten Sperrungen am Flughafen München erwartet.