Die österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines hat ein Jahr nach der vollständigen Ausstattung von vier Langstreckenflugzeugen des Typs Boeing 777-200ER mit der Aeroshark-Technologie eine erste Bilanz gezogen.
Die von Lufthansa Technik und BASF entwickelte Oberflächenfolie, die der Struktur von Haifischhaut nachempfunden ist, kam seit Ende März 2025 auf den Maschinen mit den Kennungen OE-LPA bis OE-LPD zum Einsatz. Durch die mikrostrukturierte Riblet-Folie, die auf rund 830 Quadratmetern des Rumpfes und der Triebwerksgondeln appliziert wurde, konnte der Luftwiderstand im regulären Linienbetrieb messbar reduziert werden. Datenanalysen zeigen eine aerodynamische Verbesserung, die zu einer Treibstoffersparnis von bis zu 0,9 Prozent pro Flug führt.
Zusätzliche Brancheninformationen verdeutlichen, dass die Implementierung dieser bionischen Technologie weitreichende Anpassungen in der Wartung und Instandhaltung erforderte. So wurden im ersten Betriebsjahr die Reinigungsprozesse der Flugzeugaußenhaut modifiziert, um die feinen Rillenstrukturen der Folie nicht zu beschädigen und deren volle Funktionalität über den gesamten Zeitraum zu erhalten. Austrian Airlines fungierte als weltweiter Erstnutzer dieser Technologie auf der Boeing 777-200ER und lieferte damit wichtige Validierungsdaten für die gesamte Lufthansa Group. Die erzielten Einsparungen von rund 930 Tonnen Kerosin innerhalb von zwölf Monaten bestätigen die ursprünglichen Prognosen der Ingenieure und unterstreichen die wirtschaftliche Relevanz der Maßnahme zur Senkung der laufenden Betriebskosten.
Die technische Neuerung wurde von einer weitreichenden Kommunikationsstrategie begleitet, die unter dem Motto „Move like a shark“ insbesondere in sozialen Medien für Aufsehen sorgte. Ein eigens produziertes Musikvideo erreichte Millionen Aufrufe und diente dazu, die komplexe Strömungsphysik hinter der Riblet-Technologie einer breiteren Öffentlichkeit verständlich zu machen. Fachleute weisen darauf hin, dass solche Modifikationen an der Flugzeugzelle ein wesentlicher Baustein sind, um die Effizienz bestehender Flotten ohne den sofortigen Austausch ganzer Flugzeugtypen zu steigern. Die Aeroshark-Folie ist dabei so konzipiert, dass sie extremen Temperaturschwankungen und hohen UV-Belastungen in Reiseflughöhe standhält, ohne ihre haftenden oder aerodynamischen Eigenschaften zu verlieren.
Wirtschaftlich betrachtet amortisiert sich die Investition durch die direkte Koppelung an den Kerosinverbrauch. Neben der Aeroshark-Folie nutzt die Fluggesellschaft weitere operative Programme zur Effizienzsteigerung, wie die Optimierung von Flugrouten und die Reduktion von Bordgewicht. Die positiven Erfahrungen mit der Haifischhaut-Technologie bei Austrian Airlines könnten nun als Vorbild für weitere Betreiber der Boeing 777-Serie dienen. Derzeit wird geprüft, inwieweit auch andere Flugzeugtypen der Konzernflotte mit der mikrostrukturierten Folie nachgerüstet werden können, um die Gesamteffizienz des Flugbetriebs im internationalen Wettbewerb weiter zu festigen.