Die Kölner Fluggesellschaft German Airways verstärkt zum 1. April 2026 ihre Unternehmensführung durch die Ernennung von Axel Schefe zum Geschäftsführer Technik. Mit dieser Personalentscheidung zielt der zweitälteste deutsche Luftfahrtbetrieb, der primär im Segment des Wet-Lease-Geschäfts für namhafte europäische Airlines tätig ist, auf eine strukturelle Festigung seiner technischen Organisation ab.
Schefe, ein Diplom-Ingenieur für Luft- und Raumfahrt, bringt eine fast zwei Jahrzehnte umfassende Branchenerfahrung in das Unternehmen ein. Er war seit 2007 in verschiedenen Führungspositionen tätig, unter anderem mit Fokus auf strategischen technischen Einkauf und Flottenmanagement, was für die operative Leistungsfähigkeit der Embraer-E190-Flotte von German Airways als essenziell erachtet wird.
Vor seinem Wechsel nach Köln war Axel Schefe als Geschäftsführer der estnischen Fluggesellschaft Marabu tätig. Dort verantwortete er die anspruchsvolle Aufbauphase der Organisation sowie die Stabilisierung der operativen Abläufe in einem dynamischen Marktumfeld. Diese Expertise in der Prozessoptimierung soll nun bei German Airways genutzt werden, um die Zusammenarbeit der verschiedenen operativen Einheiten zu intensivieren. Ein zentraler Bestandteil seines Aufgabenbereichs wird zudem die strategische Neuausrichtung des Technikbereichs sein. Das Unternehmen plant, über die Eigenwartung hinaus systematisch in das technische Drittgeschäft einzusteigen und somit neue Erlösquellen im Bereich der Maintenance-Dienstleistungen zu erschließen.
Branchenexperten werten die Berufung als Signal für den Expansionskurs der Airline, die zur Zeitfracht-Gruppe gehört. Durch die Bündelung der technischen Verantwortung in einer dedizierten Geschäftsführerposition unterstreicht German Airways den Anspruch, die Wartungskapazitäten als eigenständigen Erfolgsfaktor zu etablieren. Maren Wolters, ebenfalls Geschäftsführerin des Unternehmens, betonte die Bedeutung dieser Personalie für die Gesamtentwicklung. Da German Airways als Dienstleister für große Linienfluggesellschaften fungiert, ist eine hohe technische Zuverlässigkeit der Flugzeuge das wichtigste Verkaufsargument im wettbewerbsintensiven Wet-Lease-Markt, in dem Pünktlichkeitsraten und Wartungsstandards über Vertragsverlängerungen entscheiden.
Der technische Bereich von German Airways umfasst neben der direkten Instandhaltung auch das Management der Lufttüchtigkeit sowie die Koordination mit externen Werften. Mit Schefe an der Spitze soll die technische Dokumentation und das Ersatzteilwesen weiter professionalisiert werden. Die Airline operiert aktuell mit einer vereinheitlichten Flotte, was Synergien in der Lagerhaltung und Ausbildung des technischen Personals ermöglicht. Die systematische Erschließung von Drittkunden für die eigene Werft am Standort Köln/Bonn könnte das Unternehmen langfristig unabhängiger von den reinen Flugstunden-Umsätzen machen und die Wertschöpfungskette innerhalb der Zeitfracht-Logistikgruppe vertiefen.