Am späten Nachmittag des 1. April 2026 ist die irische Fluggesellschaft Ryanair nach einer mehrjährigen Unterbrechung an den Bodensee-Airport Friedrichshafen zurückgekehrt. Pünktlich um 17:30 Uhr hob eine Boeing 737-800 mit knapp 189 Passagieren an Bord in Richtung Alicante ab.
Der Erstflug markiert den Beginn des Sommerflugplans 2026, in dem die größte Billigfluglinie Europas den Regionalflughafen wieder fest in ihr Streckennetz integriert hat. Neben der Verbindung an die spanische Costa Blanca wird auch die beliebte Urlaubsinsel Palma de Mallorca mehrmals wöchentlich bedient, was insbesondere zum Start der Osterferien für eine hohe Auslastung der Maschinen sorgt.
Die Rückkehr des Low-Cost-Carriers gilt als wichtiger strategischer Schritt für den Bodensee-Airport, der in den vergangenen Jahren mit einem Rückgang der Passagierzahlen und der Insolvenz wichtiger Partner zu kämpfen hatte. Marketingleiter Bernd Behrend betonte bei der feierlichen Eröffnung, dass die Ansiedlung von Ryanair das Angebot für Reisende aus der Vierländerregion deutlich aufwertet. Die Verantwortlichen des Flughafens hoffen, dass das Engagement bei einer entsprechenden Buchungslage in den kommenden Saisons auf weitere europäische Metropolen und Urlaubsziele ausgeweitet wird. Aktuell wird Palma de Mallorca dreimal wöchentlich jeweils montags, mittwochs und freitags angeflogen, während Alicante zweimal pro Woche bedient wird.
Trotz der Expansion in Friedrichshafen nutzte Ryanair die Gelegenheit für deutliche Kritik an den Rahmenbedingungen des deutschen Luftverkehrsmarktes. Marcel Pouchain-Meyer, Country Manager für den deutschsprachigen Raum, bezeichnete Deutschland erneut als Hochkostenstandort. Er kritisierte vor allem die staatlichen Abgaben und die Luftverkehrssteuer, die das Wachstum und die Eröffnung neuer Strecken im Vergleich zu anderen europäischen Märkten massiv ausbremsen würden. In der Branche wird beobachtet, dass Ryanair seine Kapazitäten vermehrt an Standorte verlagert, die geringere Entgelte aufrufen, weshalb die Aufnahme von Friedrichshafen als Erfolg für das regionale Standortmarketing gewertet wird.
Wirtschaftlich profitiert die gesamte Region Bodensee-Oberschwaben von der verbesserten Anbindung. Neben den Outgoing-Urlaubern erwartet der Flughafen auch positive Impulse für den Incoming-Tourismus aus Spanien. Die Boeing 737-800, das Rückgrat der Ryanair-Flotte, bietet mit ihrer Kapazität von 189 Sitzen eine effiziente Beförderungsmöglichkeit für das saisonale Urlaubsgeschäft. Der Flughafen Friedrichshafen setzt mit dieser Kooperation auf eine Diversifizierung seines Portfolios, um neben dem Geschäftsreiseverkehr und den Hub-Verbindungen nach Frankfurt wieder eine stärkere Rolle im touristischen Sektor einzunehmen.