Die kanadische Regierung unter Premierminister Mark Carney hat eine vorübergehende Aussetzung der Bundessteuer auf Benzin und Diesel angekündigt. Diese Maßnahme tritt in der kommenden Woche in Kraft und soll bis zum 7. September 2026 gelten.
Hintergrund dieser Entscheidung sind die massiv gestiegenen Energiepreise infolge der militärischen Eskalation im Nahen Osten, insbesondere durch den anhaltenden Iran-Konflikt. Durch den Steuerverzicht sinkt der Preis für Benzin um bis zu zehn kanadische Cent pro Liter, während Diesel um etwa vier Cent entlastet wird. Die Regierung reagiert damit auf einen Anstieg der Kraftstoffpreise um rund 27 Prozent seit Beginn der jüngsten Angriffe auf iranisches Staatsgebiet.
Neben dem Straßenverkehr profitiert auch die Luftfahrtindustrie von der Neuregelung. Die Steuersenkung gilt explizit für Flugbenzin, was Fluggesellschaften wie Air Canada und WestJet eine finanzielle Atempause verschafft. Die Branche kämpft derzeit weltweit mit drastisch erhöhten Betriebskosten durch die Verteuerung von Kerosin auf den internationalen Märkten. Premierminister Carney bezeichnete die Maßnahme als notwendigen Schritt, um die allgemeine Erschwinglichkeit für die Bevölkerung sicherzustellen und die wirtschaftliche Stabilität des Landes in Krisenzeiten zu gewährleisten. Marktanalysten weisen darauf hin, dass die Senkung der Treibstoffkosten zudem einen dämpfenden Effekt auf die Inflationsrate haben könnte, die durch die Energiekosten angeheizt wurde.
Geopolitische Experten beobachten die Situation mit Sorge, da die Spannungen am Persischen Golf die globalen Lieferketten für Rohöl weiterhin stark belasten. Kanada, selbst ein bedeutender Ölproduzent, sieht sich dennoch mit den Auswirkungen der Weltmarktpreise auf die heimische Raffineriekapazität konfrontiert. Während die Opposition in Ottawa teilweise weitergehende dauerhafte Steuersenkungen fordert, betont die Regierung den vorübergehenden Charakter des Eingriffs. Die zeitliche Befristung bis zum Ende der Sommerreisesaison im September soll sicherstellen, dass die fiskalischen Auswirkungen auf den Bundeshaushalt kontrollierbar bleiben, während gleichzeitig ein Anreiz für den binnenwirtschaftlichen Konsum und Tourismus gesetzt wird.
Zusätzliche Berichte des Senders CBC unterstreichen, dass die Logistikbranche in Kanada besonders stark unter dem Preisdruck litt. Die Reduzierung der Dieselsteuer kommt somit direkt dem Güterverkehr und der Versorgungssicherheit zugelassen. Auch internationale Partner beobachten das Vorgehen Kanadas genau, da es als Präzedenzfall für staatliche Interventionen in den Energiemarkt während aktueller Kriegshandlungen dient. Die Entlastung der Airlines könnte zudem dazu beitragen, dass geplante Preiserhöhungen bei Flugtickets für die kommende Reisesaison moderater ausfallen als ursprünglich befürchtet. Das Energieministerium wird die Preisentwicklung bis zum Auslaufen der Maßnahme wöchentlich evaluieren.