Der Flughafen Wien hat seine Position als internationales Luftverkehrsdrehkreuz zwischen Europa und Asien weiter ausgebaut. Am 20. April 2026 landete die erste Maschine der China Eastern Airlines aus der chinesischen Metropole Xi’an auf dem Wiener Rollfeld.
Die neue Verbindung wird fortan ganzjährig dreimal pro Woche bedient. Zum Einsatz kommt ein Airbus A330-200, der die historische Kaiserstadt und das heutige Wirtschafts- und Technologiezentrum im Westen Chinas in knapp elf Stunden Flugzeit direkt mit der österreichischen Hauptstadt verbindet. Bisher war diese Region für Reisende aus Österreich lediglich über zeitintensive Umsteigeverbindungen erreichbar.
Die Eröffnung der Route erfolgte im Rahmen eines Festakts, an dem hochrangige Vertreter aus Diplomatie, Wirtschaft und Tourismus teilnahmen, darunter die chinesische Botschafterin Mei Qi und Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG. Branchenexperten werten diesen Schritt als Reaktion auf die seit Jahresbeginn um rund 20 Prozent gestiegene Nachfrage im Asien-Verkehr. Die strategische Bedeutung der Verbindung wird zudem durch die aktuelle Visumpolitik Chinas unterstrichen, die österreichischen Staatsangehörigen derzeit eine 30-tägige visumfreie Einreise ermöglicht. Dies hat bereits im Vorjahr zu einem massiven Anstieg der internationalen Einreisen nach China beigetragen und soll nun den Passagierfluss in beide Richtungen weiter beleben.
Neben dem Tourismus und dem kulturellen Austausch profitiert insbesondere der Logistiksektor von der neuen Fluglinie. Bereits der Erstflug transportierte rund 12 Tonnen Luftfracht nach Wien. Xi’an fungiert als bedeutender Knotenpunkt für Hightech-Produkte, industrielle Komponenten und E-Commerce-Sendungen. Durch die zusätzliche Beiladekapazität in den Passagiermaschinen stärkt der Flughafen Wien seine Rolle als Logistikdrehscheibe für Zentral- und Osteuropa. China Eastern Airlines, ein Mitglied der SkyTeam-Allianz und eine der zehn größten Fluggesellschaften weltweit, erweitert damit ihr europäisches Netzwerk um einen strategisch wichtigen Standort, der sowohl für Geschäftsreisende als auch für den gehobenen Städtetourismus erhebliche Wertschöpfungspotenziale bietet.
Die Verbindung Wien–Xi’an markiert zudem einen Meilenstein in den bilateralen Beziehungen, die in diesem Jahr ihr 55-jähriges Bestehen feiern. Während Wien als eine der meistbesuchten Kulturstädte Europas für chinesische Reisende attraktiv bleibt, eröffnet Xi’an mit der weltberühmten Terrakotta-Armee und seiner Geschichte als Ausgangspunkt der Seidenstraße neue Perspektiven für den österreichischen Fernreisemarkt. Die Fluggesellschaft plant, die Frequenzen bei entsprechender Auslastung mittelfristig zu erhöhen, um der dynamischen Entwicklung des chinesischen Marktes und der steigenden Konnektivität zwischen den Wirtschaftsräumen gerecht zu werden.