Die österreichische Seilbahnwirtschaft zieht zum Abschluss der Wintersaison 2025/26 eine außerordentlich positive Bilanz. Mit rund 54 Millionen Ersteintrittskarten verzeichnete die Branche einen Zuwachs von etwa vier Prozent gegenüber dem Vorjahr und erreichte damit eines der besten Ergebnisse ihrer Geschichte.
Besonders die Monate November und Dezember erwiesen sich als ökonomische Triebfedern, in denen allein 12,2 Millionen Übernachtungen in den Bergregionen generiert wurden. Fachverbandsobmann Franz Hörl betonte, dass das Rekordniveau der Vor-Corona-Zeit nicht nur erreicht, sondern in weiten Teilen sogar übertroffen werden konnte, was die ungebrochene Bedeutung des alpinen Skisports für den Standort unterstreicht.
Ein entscheidender Faktor für diesen wirtschaftlichen Erfolg war der flächendeckende Einsatz modernster Beschneiungstechnologie. Analysen belegen, dass ohne die Sicherstellung der Pistenverhältnisse durch technische Unterstützung ein Bruttoumsatzverlust von etwa 2,74 Milliarden Euro gedroht hätte. Die frühe Saisonphase sicherte allein eine Nettowertschöpfung von 1,2 Milliarden Euro in den ländlichen Regionen. Da rund 71 Prozent der Gäste im Frühwinter primär für den alpinen Sport anreisen, gilt die Schneesicherheit als das zentrale Kriterium für die Standortwahl. Die Auswirkungen erstrecken sich dabei weit über den reinen Liftbetrieb hinaus auf das Beherbergungswesen, die Gastronomie sowie lokale Transportunternehmen.
Parallel zu den wirtschaftlichen Erfolgsmeldungen beging die Branche ihr 100-jähriges Bestehen, das auf die Pionierprojekte der Tiroler Zugspitzbahn und der Rax-Seilbahn im Jahr 1926 zurückgeht. Heute sichert der Sektor rund 128.000 Arbeitsplätze und trägt jährlich etwa 6,7 Milliarden Euro zur nationalen Wertschöpfung bei. Branchenexperten und ehemalige Spitzensportler wie Alexandra Meissnitzer heben hervor, dass die technologische Präzision und Innovationskraft der heimischen Betriebe Österreich eine weltweite Spitzenposition im alpinen Tourismus gesichert haben. Die Seilbahnen fungieren somit als unverzichtbare Infrastruktur für die wirtschaftliche Stabilität ganzer Alpentäler.
Trotz eines leichten Rückgangs der Frequenzen im März blickt die Branche optimistisch in die Zukunft. Investitionen in die Modernisierung der Anlagen und die Effizienzsteigerung der Beschneiungssysteme bleiben Kernpunkte der Unternehmensstrategien, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu wahren. Die Jubiläumskampagne soll in den kommenden Monaten die gesellschaftliche und kulturelle Rolle der Seilbahnen weiter in den Fokus rücken, während technische Weiterentwicklungen die Basis für den kommenden Winter 2026/27 bilden.