Kabine Boeing 737-800 (Foto: Robert Spohr).
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Ryanair verlängert Annahmeschluss für Gepäck und forciert Automatisierung

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Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat eine weitreichende Änderung ihrer Abwicklungsfristen an den Flughäfen angekündigt. Ab dem 10. November 2026 wird der Check-in sowie die Gepäckaufgabe an allen Standorten im Streckennetz bereits 60 Minuten vor der planmäßigen Abflugzeit geschlossen.

Bisher lag diese Frist bei 40 Minuten. Die Airline begründet diesen Schritt mit dem Ziel, die Pünktlichkeit zu erhöhen und sicherzustellen, dass Passagiere ausreichend Zeit für die oft zeitintensiven Sicherheits- und Passkontrollen haben. Besonders in Stoßzeiten soll so verhindert werden, dass Fluggäste aufgrund langer Warteschlangen in den Terminals ihre Verbindung verpassen.

Parallel zur Vorverlegung des Annahmeschlusses setzt der Konzern auf eine massive Digitalisierungsoffensive am Boden. Bis Oktober sollen mehr als 95 Prozent der von Ryanair genutzten Flughäfen mit neuen Self-Service-Gepäckaufgabeautomaten ausgestattet sein. Diese Kiosksysteme sind vollständig in die App der Fluggesellschaft integriert und ermöglichen es den Reisenden, Gepäckanhänger selbstständig auszudrucken und die Koffer ohne Personalaufwand aufzugeben. Durch diese Automatisierung verspricht sich das Unternehmen eine deutliche Beschleunigung der Prozesse vor dem Abflug und eine Reduzierung der Stauzeiten vor den Schaltern.

Betroffen von der Neuregelung sind laut Unternehmensangaben etwa 20 Prozent der Fluggäste, die den kostenpflichtigen Service der Gepäckaufgabe nutzen. Die überwiegende Mehrheit von 80 Prozent, die lediglich mit Handgepäck reist und bereits vorab online eincheckt, kann sich weiterhin wie gewohnt direkt zur Sicherheitskontrolle begeben. Branchenexperten werten diesen Schritt auch als Reaktion auf die zunehmenden Personalengpässe bei externen Bodendienstleistern an vielen europäischen Flughäfen. Indem der Zeitpuffer vergrößert wird, entlastet die Airline ihre eigene operative Planung und minimiert das Risiko von Verzögerungen im Rotationsplan der Flugzeuge.

Die Umstellung ist Teil einer langfristigen Strategie zur Kostenoptimierung durch technologische Innovationen. Ryanair investiert kontinuierlich in die Weiterentwicklung der eigenen digitalen Infrastruktur, um die physische Interaktion am Flughafen auf ein Minimum zu reduzieren. Während die Passagiere durch die frühere Schließung der Schalter zu einer zeitigeren Anreise am Flughafen gezwungen werden, profitiert die Airline von einem stabileren Flugplan. Analysten weisen darauf hin, dass die konsequente Nutzung von Self-Service-Modulen die Abhängigkeit von Flughafeninfrastruktur und Drittanbietern verringert, was in der wettbewerbsintensiven Billigflugbranche einen entscheidenden Marktvorteil darstellt.

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