American Airlines und Alaska Airlines prüfen derzeit eine signifikante Vertiefung ihrer bestehenden Kooperation. Berichten des Nachrichtendienstes Bloomberg zufolge führen die beiden US-Fluggesellschaften Gespräche über weitreichende Revenue-Sharing-Vereinbarungen.
Ziel dieser strategischen Neuausrichtung ist es, Alaska Airlines in die bestehenden internationalen Joint Ventures von American Airlines zu integrieren. Konkret geht es dabei um die transatlantischen Partnerschaften mit British Airways, Iberia und Finnair sowie die pazifische Zusammenarbeit mit Japan Airlines. Diese sogenannten „metall-neutralen“ Abkommen würden es beiden Fluglinien erlauben, Flugpläne und Tarife eng abzustimmen und die erzielten Erlöse auf den betroffenen Strecken zu teilen.
Hintergrund dieser Verhandlungen ist eine Phase strategischer Konsolidierung auf dem US-Luftverkehrsmarkt, die durch steigende Kerosinpreise und einen intensiven Wettbewerbsdruck befeuert wird. Ursprünglich stand laut Insidern sogar die Möglichkeit einer Fusion im Raum, nachdem erste Gespräche über einen vollständigen Zusammenschluss jedoch keine Einigung erbrachten, konzentrieren sich die Unternehmen nun auf die Ausweitung ihrer operativen Allianz. American Airlines würde durch diesen Schritt vor allem seine Präsenz an der US-Westküste und im pazifischen Nordwesten stärken, wo Alaska Airlines traditionell über eine dominante Marktstellung verfügt.
Die geplante Partnerschaft baut auf der bereits existierenden „West Coast International Alliance“ auf, die bisher primär Codesharing-Flüge und gegenseitige Vorteile in den Vielfliegerprogrammen umfasste. Eine Erweiterung auf gemeinsame Gewinn- und Verlustrechnungen im internationalen Geschäft stellt jedoch eine neue Qualitätsstufe der Zusammenarbeit dar. Während solche Abkommen unter der vorherigen US-Administration oft auf kartellrechtliche Bedenken stießen, wächst in der Branche die Erwartung, dass die aktuelle politische Führung in Washington einem freieren Marktplatz und weiteren Kooperationen zwischen Großfluggesellschaften offener gegenübersteht.
Für die Passagiere könnte eine solche Vereinbarung eine nahtlosere Reiseerfahrung und verbesserte Anschlussverbindungen bedeuten, da die Flugpläne beider Carrier sowie ihrer globalen Oneworld-Partner optimal aufeinander abgestimmt würden. Alaska Airlines, die kürzlich die Integration von Hawaiian Airlines abgeschlossen hat, gewinnt durch die tiefere Einbindung in das globale Netzwerk von American Airlines an internationaler Relevanz. Eine formelle Ankündigung steht noch aus, da derartige Verträge komplexen regulatorischen Prüfungen durch das US-Verkehrsministerium unterliegen und die Zustimmung der internationalen Partnerairlines erfordern.