Die Walderalm im Naturpark Karwendel (Foto: hall-wattens.at/Dominic Ebenbichler).
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Positive Bilanz für Tiroler Wintertourismus trotz wirtschaftlicher Belastungen

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Die Tiroler Tourismuswirtschaft zieht nach fünf von sechs Monaten der aktuellen Wintersaison eine positive Zwischenbilanz. Mit rund 24,7 Millionen Nächtigungen und 5,7 Millionen Gästeankünften verzeichnet das Land ein deutliches Plus bei der Nachfrage.

Tourismuslandesrat Mario Gerber bezeichnete diese Entwicklung als stabilisierende Kraft für die heimische Wirtschaft, insbesondere da jeder vierte Euro in Tirol im Zusammenhang mit dem Tourismus erwirtschaftet wird. Die Branche generiert eine jährliche Wertschöpfung von über zehn Milliarden Euro und sichert rund 83.000 Arbeitsplätze. Damit festigt der Tourismus seine Stellung als zentraler Wirtschaftsmotor des Landes, auch wenn die durchschnittliche Aufenthaltsdauer geringfügig auf 4,3 Tage gesunken ist.

Das Fundament dieser stabilen Entwicklung bilden weiterhin die Nahmärkte. Allen voran bleibt Deutschland mit 12,4 Millionen Nächtigungen der wichtigste Herkunftsmarkt und stellt die Hälfte des gesamten Volumens. Auch Gäste aus den Niederlanden und dem österreichischen Heimmarkt trugen maßgeblich zum Ergebnis bei. Trotz dieser robusten Nachfrage im Kernwinter zwischen Dezember und Februar sieht sich die Branche im Spätwinter mit einem veränderten Buchungsverhalten konfrontiert. Da das Interesse an Wintersport im März und April zugunsten von Frühlingsaktivitäten abnimmt, investierte die Tirol Werbung zusätzliche Mittel in Kampagnen wie den „Gletscherfrühling“, um die Attraktivität der Skigebiete auch zum Saisonende hin zu stärken.

Hinter den positiven Nächtigungszahlen verbirgt sich jedoch eine angespannte wirtschaftliche Situation für viele Betriebe. Laut Analysen der Wirtschaftskammer stehen insbesondere kleine und familiengeführte Unternehmen unter massivem Druck. Gestiegene Kosten für Personal, Energie und Lebensmittel lassen sich immer seltener vollständig an die Kunden weitergeben. Während im Vorjahr noch 60 Prozent der Betriebe angaben, die Teuerungen auf die Preise umlegen zu können, sank dieser Wert aktuell auf etwa ein Drittel. Dies führt dazu, dass trotz hoher Auslastung die betriebswirtschaftlichen Erträge stagnieren oder sogar sinken, was die Reinvestitionskraft der Hotellerie und Gastronomie langfristig gefährden könnte.

Für die kommende Sommersaison 2026, die traditionell am 1. Mai beginnt, zeigen sich die Verantwortlichen vorsichtig optimistisch. Die aktuelle Buchungslage ist im Vergleich zum Vorjahr von einer gewissen Zurückhaltung geprägt, wobei über die Hälfte der Betriebe einen ähnlichen Stand wie im Sommer 2025 meldet. Positive Signale kommen erneut aus dem deutschen Markt, wo ein Fünftel der Unterkünfte bereits Zuwächse verzeichnet. Ein wichtiger Aspekt für den reibungslosen Ablauf der Sommersaison ist die Personalsituation: Rund 85 Prozent der relevanten Stellen konnten bereits im Frühjahr besetzt werden, was die operative Stabilität der touristischen Infrastruktur in den Tälern sicherstellt.

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