Die US-Fluggesellschaft American Airlines hat ihre finanzielle Zielsetzung für das laufende Geschäftsjahr 2026 drastisch nach unten korrigiert.
Wie das Unternehmen an seinem Hauptsitz in Fort Worth mitteilte, sieht sich der Konzern durch die massiven Preissteigerungen am Treibstoffmarkt gezwungen, die bisherigen Erwartungen zu revidieren. Das Management hält aufgrund der geopolitischen Verwerfungen infolge des Iran-Kriegs nun sogar ein negatives Jahresergebnis für möglich. Die neue Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie liegt in einer breiten Spanne zwischen minus 0,40 und plus 1,10 US-Dollar, nachdem ursprünglich bis zu 2,70 US-Dollar angepeilt worden waren.
Hintergrund dieser Entwicklung sind die massiven Mehrbelastungen für Kerosin, die sich auf rund vier Milliarden US-Dollar summieren. Damit folgt American Airlines dem Trend anderer großer US-Carrier wie Delta und United, die ebenfalls mit den Folgen der instabilen Lage im Nahen Osten kämpfen. Trotz dieser Belastungen übertraf das Unternehmen im ersten Quartal 2026 die Markterwartungen: Der Umsatz stieg um elf Prozent auf 13,9 Milliarden US-Dollar. Zwar verbuchte die Fluggesellschaft bereinigt einen Verlust von 0,40 Dollar je Aktie, dieser fiel jedoch geringer aus, als Analysten im Vorfeld befürchtet hatten.
Ein positiver Aspekt in der Bilanz ist der kontinuierliche Schuldenabbau. Zum Ende des ersten Quartals sank die Gesamtverschuldung auf 34,7 Milliarden US-Dollar. Damit liegt die Schuldenlast erstmals seit über zehn Jahren wieder unter der Marke von 35 Milliarden US-Dollar, was eine deutliche Erholung gegenüber dem Höchststand von über 50 Milliarden während der Corona-Pandemie darstellt. Finanzchef Devon May deutete jedoch an, dass bei anhaltend hohen Treibstoffpreisen bereits ab dem zweiten Quartal die Aufnahme neuer Mittel über den Anleihemarkt geprüft werde, um die Liquidität abzusichern.
Um die gestiegenen Kosten abzufedern, setzt American Airlines auf eine anhaltend starke Nachfrage im internationalen Verkehr und im Premium-Segment. Branchenkenner gehen davon aus, dass die Fluggesellschaften versuchen werden, die Mehrausgaben über höhere Ticketpreise an die Passagiere weiterzugeben. Da die Kapazitäten auf vielen Langstreckenrouten weiterhin knapp sind, hofft der Konzern, durch eine optimierte Preisgestaltung die Bilanz vor weiteren Einbußen zu schützen. Die Reaktion an den Finanzmärkten fiel trotz der Gewinnwarnung moderat aus, da Anleger den Fokus auf das Umsatzwachstum und den disziplinierten Schuldenabbau legten.