Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus hat das erste Quartal 2026 mit einer gedämpften Bilanz abgeschlossen.
Aufgrund gesunkener Auslieferungszahlen bei Verkehrsflugzeugen verzeichnete das Unternehmen einen Rückgang des Umsatzes um sieben Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Insgesamt wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 114 Maschinen an Kunden übergeben, was deutlich unter dem Vorjahreswert von 136 Flugzeugen liegt. Der bereinigte operative Gewinn (EBIT) sank infolgedessen auf 300 Millionen Euro. Als Hauptursache für diese Entwicklung nannte der Konzern anhaltende Engpässe in der Lieferkette, insbesondere bei Triebwerkzulieferern wie Pratt & Whitney, was die Produktion der volumenstarken A320-Familie bremste.
Trotz der aktuellen operativen Herausforderungen bleibt die Nachfrage nach neuen Flugzeugen ungebrochen hoch. Im ersten Quartal sicherte sich Airbus 398 Netto-Bestellungen, was nahezu einer Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der Auftragsbestand erreichte Ende März mit 9.037 Verkehrsflugzeugen einen historischen Höchststand. Um diesen Rückstau abzuarbeiten, hält der Hersteller an seinen ehrgeizigen Hochlaufplänen fest. Bis zum Jahr 2027 soll die monatliche Produktion der A320-Serie auf 70 bis 75 Maschinen gesteigert werden, während für das Langstreckenmodell A350 eine Rate von 12 Flugzeugen pro Monat bis 2028 angestrebt wird.
Stabilisierend wirkten im Berichtszeitraum die Sparten Defence and Space sowie Airbus Helicopters. Der Verteidigungssektor profitierte von einer gesteigerten Aktivität und einem Umsatzplus von sieben Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, was maßgeblich auf militärische Großprojekte und Instandhaltungsaufträge zurückzuführen ist. Auch die Hubschraubersparte verzeichnete stabile Erlöse bei leicht gestiegenen Auslieferungen. Finanziell belasteten jedoch hohe Lagerbestände und Vorinvestitionen für den Produktionshochlauf den freien Cashflow, der mit minus 2,5 Milliarden Euro negativ ausfiel. Dennoch verfügt Airbus mit 25,2 Milliarden Euro an liquiden Mitteln weiterhin über eine solide Kapitalbasis.
Ungeachtet der geopolitischen Unsicherheiten im Nahen Osten und der komplexen Lieferkettensituation hält Konzernchef Guillaume Faury an den Jahreszielen fest. Für das Gesamtjahr 2026 strebt Airbus weiterhin die Auslieferung von rund 870 Flugzeugen sowie ein bereinigtes EBIT von 7,5 Milliarden Euro an. Branchenexperten werten die aktuellen Quartalszahlen als Übergangsphase. Während kurzfristige Lieferverzögerungen die Bilanz belasten, sichert der enorme Auftragsbestand die langfristige Auslastung der Werke ab. Airbus setzt darauf, dass sich die Komponentenverfügbarkeit im zweiten Halbjahr stabilisiert, um die ambitionierten Übergabeziele noch erreichen zu können.