Boeing 737-800 (Foto: Robert Spohr).
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Ryanair droht Österreich nach verstrichener Frist mit massiven Kapazitätskürzungen

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Die Billigfluggesellschaft Ryanair hat scharfe Kritik an der österreichischen Bundesregierung unter Kanzler Stocker geübt und vor weitreichenden Konsequenzen für den Luftfahrtstandort gewarnt.

Hintergrund ist das Verstreichen einer von der Branche gesetzten Frist zum 1. Mai 2026, ohne dass die Regierung Maßnahmen zur Abschaffung der Luftverkehrssteuer in Höhe von 12 Euro pro Passagier ergriffen hat. Michael O’Leary, CEO der Fluggesellschaft, droht nun damit, das österreichische Streckennetz drastisch auszudünnen und Flugzeuge in wettbewerbsfähigere Märkte zu verlagern. Als Beispiel für eine solche Maßnahme nannte er die bereits vollzogene Schließung der Basis am Flughafen Berlin-Brandenburg, die ebenfalls auf hohe Standortkosten zurückgeführt wurde.

Laut Angaben des Unternehmens leidet die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs nicht nur unter der Ticketsteuer, sondern auch unter den massiv gestiegenen Nebenkosten. So seien die Flugsicherungsgebühren seit der Pandemie um 60 Prozent und die Entgelte am Flughafen Wien um 30 Prozent angehoben worden. Ryanair zieht einen direkten Vergleich zum Nachbarland Slowakei: Während das Passagieraufkommen am Flughafen Wien im April 2026 um zehn Prozent zurückging, verzeichnete der nur etwa 80 Kilometer entfernte Flughafen Bratislava im gleichen Zeitraum ein Wachstum von 170 Prozent. O’Leary macht dafür die deutlich niedrigeren Kostenstrukturen in Bratislava verantwortlich, das zunehmend als kostengünstige Alternative für die Region Wien fungiert.

Zusätzliche Marktanalysen stützen die These eines harten Verdrängungswettbewerbs innerhalb Europas. Länder wie Schweden, Italien und Ungarn haben zuletzt Luftverkehrsabgaben gesenkt oder gänzlich abgeschafft, um den Tourismus und die Ansiedlung von Fluggesellschaften zu fördern. In Österreich hingegen fordern auch Landesregierungen und Tourismusverbände seit längerem eine Entlastung, um den Anschluss an den europäischen Aufschwung nicht zu verlieren. Die Luftverkehrssteuer spült zwar wichtige Einnahmen in das Staatsbudget, wird von Kritikern jedoch als Wachstumsbremse eingestuft, die insbesondere preisbewusste Fluggesellschaften dazu veranlasst, ihre Kapazitäten in Länder mit geringerer Abgabenlast zu verschieben.

Ryanair fordert nun eine sofortige Kehrtwende der österreichischen Verkehrspolitik. Neben der Abschaffung der 12-Euro-Steuer verlangt das Unternehmen eine Halbierung der Flugsicherungsgebühren sowie die Wiedereinführung von Wachstumsanreizprogrammen am Flughafen Wien. Sollten diese Forderungen nicht erfüllt werden, steht eine signifikante Reduzierung des Flugangebots ab Wien und den österreichischen Regionalflughäfen im Raum. Branchenexperten weisen darauf hin, dass ein solcher Rückzug nicht nur Auswirkungen auf die Reisefreiheit, sondern auch direkte Konsequenzen für die Beschäftigungsverhältnisse bei Bodenverkehrsdiensten und in der Zulieferindustrie hätte.

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