Wien bereitet sich auf die Ausrichtung des 70. Eurovision Song Contest (ESC) vor, der im Mai 2026 zum dritten Mal in der österreichischen Geschichte in der Bundeshauptstadt stattfindet. Die Wiener Stadthalle dient als Austragungsort für die beiden Halbfinale am 12. und 14. Mai sowie für das große Finale am 16. Mai.
Die enorme internationale Bedeutung des Wettbewerbs spiegelt sich bereits in den Ticketverkäufen wider: Von insgesamt 95.000 abgesetzten Karten für neun Shows entfielen 42 Prozent auf internationale Gäste, wobei Deutschland nach Österreich das wichtigste Käuferland darstellt.
Das städtische Rahmenprogramm erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet und wird am 10. Mai mit einer feierlichen Eröffnungszeremonie am Rathausplatz eingeleitet. Dort entsteht mit dem „Eurovision Village“ eine Fanzone für bis zu 15.000 Personen, die tägliche Live-Übertragungen, Konzerte und kulinarische Angebote bereitstellt. Ergänzend dazu bieten rund 30 Public-Viewing-Standorte, darunter die Ottakringer Brauerei und die Strandbar Hermann, Public-Viewing-Möglichkeiten an. Ein besonderer Fokus liegt auf der sozialen Teilhabe: 500 Freikarten werden über Hilfsorganisationen an einkommensschwache Personen vergeben, um das Ereignis breiten Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen.
Die touristische Infrastruktur wird durch spezifische Angebote wie die offizielle App „ivie“ und das „Eurofan House“ im Wien Museum ergänzt, das Interviews und Fachvorträge beheimatet. Auch die Wiener Kaffeehauskultur wird in das Festival integriert, indem 20 Betriebe Patenschaften für Teilnehmerländer übernehmen. Im Bereich des öffentlichen Verkehrs setzen die Wiener Linien auf thematische Schwerpunkte wie Karaoke-Straßenbahnen auf der Linie 49 und Live-Musik in ausgewählten U-Bahn-Stationen. In der Nacht verwandelt sich der PraterDOME in den „Euro-Club“, der als zentraler Treffpunkt für Delegationen und akkreditierte Fans fungiert.
Wien nutzt die Austragung des Jubiläums-ESC, um seine Position als globale Kultur- und Kongressmetropole zu festigen. Neben den musikalischen Darbietungen, unter anderem durch das ORF Radio-Symphonieorchester, werden wirtschaftliche Impulse durch die hohe Zahl an internationalen Besuchern erwartet. Die Stadt setzt dabei auf eine enge Verzahnung von digitaler Fan-Aktivierung, wie einer mobilen Schnitzeljagd, und physischen Erlebnisräumen. Mit dem offiziellen Motto „United by Music“ positioniert sich die österreichische Hauptstadt als Brückenkopf für den kulturellen Austausch innerhalb Europas.