Logos von ÖGB und Vida (Foto: Jan Gruber).
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Tarifstreit im Tourismus: Gewerkschaft Vida weist Kritik der Arbeitgeber zurück

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Die Auseinandersetzung um den neuen Kollektivvertrag für das Hotel- und Gastgewerbe verschärft sich weiter. Die Gewerkschaft Vida reagierte mit deutlicher Ablehnung auf die jüngsten Vorwürfe der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV). Während die Arbeitgeberseite von einem „Vorschlaghammer-Stil“ sprach, wirft Gewerkschaftsverhandlerin Eva Eberhart den Branchenvertretern eine Blockadehaltung vor.

Laut Vida habe die Wirtschaftskammer seit über einem Monat keinen neuen Verhandlungstermin angeboten, was einen Dialog auf Augenhöhe verhindere. Die Gewerkschaft betont, dass die derzeitige Situation in der Branche durch hohen Arbeitsdruck und unzureichende Entlohnung geprägt sei, was eine rasche Rückkehr an den Verhandlungstisch unumgänglich mache.

Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Bewertung der Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft weist die Darstellung zurück, wonach Kritik an Missständen als „Branchenbashing“ zu werten sei. Vielmehr weist die Arbeitnehmervertretung auf schwerwiegende Vorfälle wie mutmaßlichen Abgabenbetrug und Übergriffe am Arbeitsplatz hin. Diese Probleme ließen sich nach Ansicht der Vida nicht durch freiwillige Bonusprogramme, Rabattsysteme oder den Zugang zu Wellnessbereichen kompensieren. Solche Zusatzleistungen werden von der Gewerkschaft als unzureichender Ersatz für existenzsichernde Löhne und verlässliche Freizeitregelungen eingestuft. Das Ziel müsse eine strukturelle Verbesserung der Arbeitsverhältnisse sein, um die Attraktivität der Tourismusberufe langfristig zu sichern.

In der Debatte um die Lohnentwicklung der vergangenen Jahre sieht die Gewerkschaft vor allem das Ergebnis eigenen Drucks und nicht ein freiwilliges Entgegenkommen der Hoteliers. Zusätzliche Branchenanalysen untermauern die angespannte Lage: Der Fachkräftemangel im österreichischen Tourismus hält trotz gestiegener Lehrlingseinkommen an, da viele Beschäftigte aufgrund der hohen Belastung in andere Sektoren abwandern. Die Vida fordert daher neben höheren Mindestlöhnen auch schärfere Sanktionen gegen Betriebe, die gesetzliche Vorgaben oder soziale Standards missachten. Nur so könne ein fairer Wettbewerb innerhalb der Branche gewährleistet werden, der nicht auf dem Rücken der Angestellten ausgetragen wird.

Die Fronten zwischen der Wirtschaftskammer als offiziellem Verhandlungspartner und der Gewerkschaft bleiben somit verhärtet. Während die ÖHV die bisherigen Lohnanpassungen als ausreichend verteidigt, sieht die Vida im aktuellen Lohnniveau angesichts der Inflation weiterhin erheblichen Nachholbedarf. Die Forderung nach einem neuen Verhandlungsangebot steht im Raum, um den drohenden Stillstand in der Sozialpartnerschaft zu beenden. Experten warnen bereits vor möglichen Kampfmaßnahmen oder Betriebsversammlungen während der kommenden Sommersaison, sollte in den nächsten Wochen keine Annäherung erzielt werden.

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