Airbus A220-300 (Foto: Airbus).
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Flughafen Split: Airbus A220 der Croatia Airlines kommt beim Start von der Piste ab

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Ein schwerwiegender Zwischenfall im Bereich der zivilen Luftfahrt ereignete sich am Vormittag des 16. Mai 2026 auf dem Flughafen Split in Kastela, Kroatien. Ein modernes Verkehrsflugzeug des Typs Airbus A220-300 der nationalen Fluggesellschaft Croatia Airlines geriet während des Startlaufs aus bisher ungeklärter Ursache von der Startbahn ab.

Die Maschine mit der Registrierung 9A-CAN befand sich auf dem regulären Linienflug OU412 mit dem Ziel Frankfurt am Main. An Bord befanden sich laut offiziellen Angaben der Fluggesellschaft 130 Passagiere sowie fünf Besatzungsmitglieder. Trotz der erheblichen Krafteinwirkung beim Verlassen der befestigten Fläche und der darauffolgenden Kollision mit Infrastrukturelementen blieb die Kabine unversehrt, und es wurden keine Verletzungen gemeldet. Der Flugbetrieb am Flughafen Split musste für mehrere Stunden unterbrochen werden, was zu weitreichenden Verspätungen und Umleitungen im regionalen Luftverkehr führte. Ermittlungsbehörden haben bereits mit der Sicherstellung der Flugdatenschreiber begonnen, um die genauen Umstände des Pistenabkommens zu untersuchen.

Ablauf des Startabbruchs auf Bahn 23

Der Zwischenfall ereignete sich bei guten Sichtbedingungen auf der Startbahn 23 des Flughafens Split. Videomaterial, das kurz nach dem Vorfall in sozialen Netzwerken verbreitet wurde, zeigt den Airbus A220-300 während der Beschleunigungsphase. Zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt des Startlaufs begannen die Piloten offenbar mit einem Startabbruch, in dessen Folge das Flugzeug eine deutliche Drift nach links entwickelte. Die Maschine verließ die asphaltierte Piste und kam teilweise auf dem angrenzenden Grünstreifen zum Stillstand. Zeugen berichteten von einer sichtbaren Staubwolke und einem abrupten Stopp des Flugzeugs.

Mate Melvan, Leiter der Passagierabfertigung am Flughafen Split, bestätigte in einer ersten Stellungnahme gegenüber lokalen Medien, dass das Flugzeug während des Rollvorgangs die Bahnmitte verließ. Dabei wurden mehrere vertikale Hinweisschilder sowie die Randbefeuerung der Startbahn beschädigt. Die strukturellen Schäden am Flugzeug betreffen nach ersten Einschätzungen vor allem das Fahrwerk und die Unterseite des Rumpfes durch den Aufprall auf die Trümmerteile der Bahninfrastruktur. Nach dem Stillstand leiteten die Rettungskräfte des Flughafens umgehend die notwendigen Sicherungsmaßnahmen ein, eine Notvakuierung über Rutschen war jedoch nicht erforderlich; die Passagiere konnten das Flugzeug über mobile Treppen verlassen.

Technische Aspekte des Flugzeugtyps Airbus A220

Bei der betroffenen Maschine handelt es sich um eines der neuesten Flugzeuge in der Flotte der Croatia Airlines. Der Airbus A220-300, der ursprünglich als Bombardier CSeries CS300 entwickelt und später von Airbus übernommen wurde, gilt als eines der modernsten Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge der Welt. Croatia Airlines befindet sich derzeit in einem umfassenden Modernisierungsprozess, bei dem die älteren Modelle der Airbus A319- und A320-Familie sukzessive durch die effizientere A220-Serie ersetzt werden sollen. Das Ziel der Fluggesellschaft ist der Betrieb einer reinen A220-Flotte, um die operativen Kosten zu senken und die Wartungsprozesse zu vereinheitlichen.

Das Modell zeichnet sich durch hochmoderne Fly-by-Wire-Steuerungssysteme und leistungsstarke Getriebefan-Triebwerke aus. Die Untersuchung wird nun klären müssen, ob technische Defekte an der Steuerung, den Bremsen oder den Triebwerken zum Ausbrechen der Maschine geführt haben könnten oder ob externe Faktoren wie eine asymmetrische Schubumkehr oder Reifenplatzer eine Rolle spielten. Da der Airbus A220 über hochentwickelte digitale Überwachungssysteme verfügt, erhoffen sich die Techniker detaillierte Daten über jeden Bruchteil der Sekunde während des Startabbruchs.

Auswirkungen auf den Flughafenbetrieb und den regionalen Luftverkehr

Der Flughafen Split ist insbesondere in der beginnenden Sommersaison ein zentraler Knotenpunkt für den Tourismus an der Adria. Durch das blockierte Flugzeug und die Schäden an der Pistenbefeuerung musste der Flughafen für den Flugverkehr gesperrt werden. Mehrere ankommende Maschinen wurden nach Zadar, Dubrovnik oder Zagreb umgeleitet. Abflüge verzögerten sich teilweise um viele Stunden, und einige Verbindungen mussten komplett gestrichen werden. Erst nachdem das beschädigte Flugzeug mithilfe von Spezialgerät geborgen und abgeschleppt worden war, konnte die Piste inspiziert und für den Betrieb wieder freigegeben werden.

Die betroffenen 130 Passagiere des Fluges nach Frankfurt wurden im Terminal betreut und teilweise auf spätere Verbindungen umgebucht oder in Hotels untergebracht. Croatia Airlines betonte in einem offiziellen Statement, dass die Sicherheit der Fluggäste zu jedem Zeitpunkt oberste Priorität habe und man eng mit den Behörden zusammenarbeite, um den Vorfall lückenlos aufzuklären. Für die Fluggesellschaft bedeutet der Ausfall einer fabrikneuen Maschine mitten in der Hochsaison zudem eine logistische Herausforderung, da die Kapazitäten im Flugplan eng bemessen sind.

Untersuchung der Unfallursache durch nationale Behörden

Die kroatische Agentur für die Untersuchung von Unfällen im Luft-, See- und Schienenverkehr hat die Leitung der Ermittlungen übernommen. Ein Expertenteam wurde zum Flughafen Split entsandt, um die Spuren auf der Startbahn zu vermessen und die Reifenabdrücke auf dem Gras zu analysieren. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Analyse der Cockpit-Stimmenrekorder und der Flugdatenschreiber, die bereits gesichert wurden. Auch die Wetterdaten zum Zeitpunkt des Unfalls werden in die Bewertung einbezogen, obwohl erste Berichte nicht auf widrige Witterungsverhältnisse hindeuteten.

In der Luftfahrtindustrie wird ein sogenannter Runway Excursion (Pistenabkommen) als kritisches Ereignis eingestuft, das vielfältige Ursachen haben kann. Dazu gehören mechanische Probleme am Bugrad, asymmetrische Bremswirkung oder menschliches Versagen bei der Durchführung des Startabbruch-Verfahrens. Die Ergebnisse der Untersuchung werden nicht nur für Croatia Airlines von Bedeutung sein, sondern für alle Betreiber des Typs Airbus A220, sollte sich ein systemisches Problem herausstellen. Bis zum Vorliegen eines Zwischenberichts bleibt das betroffene Flugzeug für weitere Untersuchungen gegroundet.

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