Die italienische Fluggesellschaft Aeroitalia reduziert ihre Präsenz in Osteuropa und stellt im Mai 2026 ihre verbleibenden Linienverbindungen nach Rumänien ein.
Wie aus aktuellen Flugplandaten und Berichten des Branchendienstes Aero Routes hervorgeht, erfolgt der Rückzug schrittweise innerhalb weniger Tage. Die Verbindung zwischen Rom-Fiumicino und der Industriestadt Bacău wird bereits zum 16. Mai eingestellt, gefolgt von der Route in die Hauptstadt Bukarest, die letztmalig am 24. Mai bedient wird. Damit endet vorerst ein Kapitel der Expansion, mit der die junge Airline versucht hatte, Marktanteile im ethnischen Reiseverkehr zwischen Italien und Rumänien zu gewinnen.
Hintergrund dieser Entscheidung ist eine strategische Neuausrichtung der Flottenplanung und des Streckennetzes. Branchenanalysen deuten darauf hin, dass Aeroitalia verstärkt auf den italienischen Inlandsmarkt sowie auf profitablere Verbindungen im westlichen Mittelmeerraum setzt. Der Wettbewerb auf den Strecken nach Rumänien gilt als extrem intensiv, da Billigflieger wie Wizz Air und Ryanair sowie die staatliche Tarom über etablierte Kapazitäten und eine aggressive Preispolitik verfügen. Trotz anfänglicher Bemühungen, Bacău als regionalen Schwerpunkt für rumänische Arbeitskräfte in Italien zu etablieren, konnten die Auslastungszahlen offenbar nicht das erforderliche Niveau erreichen, um die operativen Kosten der eingesetzten Boeing 737-Flotte zu decken.
Zusätzliche Recherchen im italienischen Luftfahrtsektor ergeben, dass Aeroitalia ihre Kapazitäten nun verstärkt nach Sizilien und Sardinien umleitet, um von den staatlich gestützten Kontinuitätsregelungen im Inlandsverkehr zu profitieren. Gleichzeitig hat die Airline ihre Kooperationen am Flughafen Rom-Fiumicino neu geordnet, um die Bodenzeiten der Maschinen zu optimieren. Der Rückzug aus Rumänien markiert somit eine Konsolidierungsphase, in der unrentable Nischenmärkte aufgegeben werden, um die Liquidität für den harten Wettbewerb auf dem italienischen Festland zu sichern. Passagiere, die bereits Buchungen für spätere Termine getätigt haben, werden laut Unternehmensangaben auf alternative Verbindungen umgebucht oder erhalten Rückerstattungen.
Der Fall Aeroitalia verdeutlicht die Volatilität im regionalen europäischen Luftverkehrsmarkt, in dem kleinere Anbieter oft Schwierigkeiten haben, sich gegen die Marktmacht der großen Low-Cost-Carrier zu behaupten. In den vergangenen Monaten hatte die Airline bereits andere osteuropäische Versuche reduziert und sich stattdessen auf das Wet-Lease-Geschäft für andere Fluggesellschaften konzentriert, um ihre Flugzeuge profitabler auszulasten. Die Einstellung der Bukarest-Route ist besonders symbolträchtig, da die rumänische Hauptstadt als einer der am stärksten umkämpften Märkte in Osteuropa gilt. Für Aeroitalia bedeutet dieser Schritt eine Konzentration auf Kernmärkte, während die Expansion in den Osten vorerst als gescheitert betrachtet werden kann.